20.04.2017 | Music News Iggy Pop: Der Pate des Punk feiert 70. Geburtstag

James Newell Osterberg Junior, Iggy Stooge, Iggy Pop – Viele Namen aber immer die gleiche Legende dahinter.

Eine der wichtigsten Fragen vorweg: Warum die vielen Namenswechsel? Iggy heißt mit bürgerlichem Namen eigentlich James Newell Osterberg. In der Schule war er Drummer in seiner ersten Band „The Iguanas“ . Von dieser ersten Band war dann der Name Iggy inspiriert. Das „Pop“ kam danach: bei einem der ersten Stooges-Auftritte rasierte sich Iggy die Augenbrauen ab, was seine Kumpels spontan an einen nervenkranken Ex-Mitschüler erinnerte, der ohne Haare und Augenbrauen ausgestattet war. Sein Name: Jim Pop.

Ganz von vorne angefangen:

Als er 1967 die Doors und ihren Frontmann Jim Morrison live auf der Bühne gesehen hatte, wusste Iggy, dass er auch eine eigene, einzigartige Bühnenpersönlichkeit brauchte. Aber während Jim und Co. '67 mit ihrer unkonventionellen Art und Musik schon ganz oben angekommen waren, hatten die Stooges gerade erst ihren ersten Gig auf einem Schrottplatz. 

Dem jungen Iggy sollte aber noch eine unglaubliche Karriere bevorstehen!

Bandauflösungen, Heroinsucht, etc. - Die Stooges-Jahre waren so wild wie holprig; Bis 1974 hatten sie sich zweimal aufgelöst. Aber während seiner Zeit in New York trat Iggys persönlicher Schutzengel in sein Leben: David Bowie. 1971 lernten sie sich in einem Club kennen, 1972 hatte Bowie geholfen, die Karriere der Stooges ordentlich zu pushen, als er ihr Album Raw Power produziert hatte. Und auch nach 1974 war Bowie der Fels in Iggys vor Drogen vernebelter Brandung. Der Starman war einer der wenigen Besucher während Iggys Zeit in der Entzugsklink und nahm ihn 1976 erst mit auf "Station to Station"-Tour, dann nach Berlin, wo die beiden eine Zeit zusammen verbrachten.

Warum? Um von den Drogen wegzukommen und gemeinsam Musik zu machen.

Von Mitte der 80er Jahre an war Iggys Musik auch verstärkt auf Soundtracks zu hören – darunter zum Beispiel für den Kultfilm "Trainspotting" oder "Crocodile Dundee II". Und als Schauspieler tritt er seither auch regelmäßig auf. 

Reunion!

2003 die Reunion der Stooges- für das Album Skull Ring waren die drei noch lebenden Gründungsmitglieder erstmals seit 29 Jahren wieder zusammen im Studio. Bis 2016 war die Gruppe wieder aktiv.

70?! Trotzdem Power ohne Ende

Seit 2010 ist Iggy mit den Stooges in den heiligen Hallen der Rock and Roll Hall of Fame und als Godfather of Punk nicht nur ganz oben angekommen, sondern immer noch ein unermüdliches Powerpaket. Die oben-ohne-Bühnenshows sind so wild wie eh und je. Pop wurde dafür berühmt, oberkörperfrei zu spielen - und das tut er auch noch in höherem Altern. Warum eigentlich? Iggy meint:

„Als ich vom College geflogen bin hab ich mit der Band angefangen. Aber meinen Bibliotheksausweis hab ich behalten. Ich hatte immer eine gewissen studentischen Lebensstil, also bin ich immer noch ab und zu in die Bücherei um mir dort Bücher auszuleihen. Da hab ich echt viel über Pharaos gelesen und auch über andere religiöse Figuren. Die hatten alle nie Shirts an. Es sieht einfach irgendwie richtig aus, ich weiß auch nicht warum.“

Egal ob mit oder ohne Shirt, Iggy bleibt einer der einflussreichsten Musiker der Rockgeschichte. Wir gratulieren zum 70. Geburtstag!

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