17.03.2022 | Rockers United Geflüchtete aus der Ukraine privat aufnehmen: So könnt ihr helfen

Solidarität wird dieser Tage in der Rock-Republik groß geschrieben! Viele wollen den Geflüchteten aus der Ukraine helfen und bieten dafür auch ihre privaten Unterkünfte an. Doch wie ist die rechtliche Lage dabei und wie könnt ihr helfen? Hier haben wir die wichtigsten Infos für euch.

Foto: Hannibal Hanschke/dpa

Die Nachrichten aus der Ukraine reißen nicht ab - seit Kriegsbeginn befinden sich mehr als 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Vereinten Nationen sprechen von der größten Flüchtlingswelle seit dem Zweiten Weltkrieg und auch in Deutschland kommen täglich mehr Menschen aus der Ukraine an, die dringend Hilfe und eine Unterkunft brauchen.

Neben den offiziellen Anlaufstellen haben sich auch viele Freiwillige dazu bereit erklärt, Geflüchtete privat aufzunehmen. Doch was sollte man bei einer solchen Aufnahme beachten? Wir verraten es euch!

Geflüchtete aus der Ukraine privat aufnehmen - ist das so einfach möglich?

Ja! Durch einen EU-Beschluss dürfen ukrainische Staatsbürger visumsfrei nach Deutschland einreisen und daher wohnen, wo sie möchten. Sie müssen also nicht zwingend in einer staatlichen oder kommunalen Anlaufstelle untergebracht werden, ein Asylantrag ist ebenso nicht nötig.

Eine Ausnahme gilt hierbei für unbegleitete Kinder und Jugendliche. Hier muss eine Aufnahme über das Jugendamt erfolgen, anschließend werden Minderjährige an Pflegefamilien vermittelt. Für Kinder, die gemeinsam mit erwachsenen Verwandten ankommen, gilt diese Regel nicht.

Ich möchte eine Unterkunft anbieten - was muss ich dabei beachten?

Wer eine private Wohngelegenheit für Geflüchtete aus der Ukraine anbieten möchte, sollte das organisiert tun - wendet euch dazu am besten über eine kommunale Meldestelle oder Vereine und NGOs. Die Bundesregierung empfiehlt die Portale unterkunft-ukraine.dewarmes-bett.de und host4ukraine.de, bei denen ihr unbürokratisch eure Angebote einstellen könnt.

Muss die Aufnahme von Geflüchteten gemeldet werden?

Jein - laut aktueller Regelung können sich ukrainische Staatsbürger derzeit 90 Tage lang ohne Registrierung in Deutschland aufhalten. Ihnen zustehende Leistungen erhalten sie allerdings nur bei einer Registrierung. Zudem bitten die Behörden um eine Anmeldung, damit man die Gesamtzahlen besser im Blick behalten kann. 

Diese Registrierung ist KEIN Asylantrag: Ukrainische Kriegsflüchtlinge haben einen Schutzstatus. Dieser gilt für ein Jahr und ist verlängerbar auf insgesamt drei Jahre. Mit diesem Status herhalten sie Aufenthaltsrechte, Zugang zum Arbeitsmarkt, zu Wohnraum, Sozialhilfe, medizinische oder sonstige Unterstützung sowie Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts.

Gibt es finanzielle Unterstützung für die private Aufnahme?

Geflüchtete aus der Ukraine erhalten grundsätzlich die gleichen Leistungen wie Asylbewerber, wenn sie sich registriert haben. Der Staat kommt also für anfallende Mietkosten auf - allerdings nur, wenn die Geflüchteten nicht in der Lage dazu sind, aus ihrem eigenen Vermögen dafür aufzukommen.

Weitere Fragen und Antworten zu Einreise aus der Ukraine und Unterkunft in Deutschland findet ihr auch auf der offiziellen Homepage des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.