Gegen Monotonie auf dem Zeltplatz: Die besten Festival-Spiele

Bei Festivals geht es doch immer feucht-fröhlich zu. Bier fließt in Strömen, und die Laune ist spitzenmäßig! Und wenn doch einmal am Nachmittag eine kleine Festival-Flaute einsetzt? Dann motiviert euch doch mit einem lustigen Spiel!

Spiele für das bisschen Bewegung zwischendurch

Ihr braucht einen Ausgleich zum moshen und pogen und headbangen auf den Konzerten? Wollt mal andere Muskelgruppen beanspruchen als die im Nacken und in den Waden? Wie wär's mit ein bisschen Bewegung auf dem Zeltplatz?

  • Frisbee ist der Klassiker, der einfach immer geht. Und jeder hat bestimmt noch irgendeine Werbe-Frisbee-Scheibe von der Bank um die Ecke im Keller liegen – ein guter Zeitpunkt, die mal wieder rauszukramen.

  • Viele Sportbegeisterte nehmen auch Fuß- oder Volleybälle mit zum Festival. Bei akuter Langeweile kann man auch einfach mal einen Schaumstoffball hin- und herwerfen – das kann auch ganz witzig sein.

  • Ganz vogelwilde Festivalgänger haben auch manchmal eine Slackline dabei – so kann man auch neue Bekanntschaften knüpfen und kucken, ob doch noch eine Halbe reingeht. Aber Vorsicht: Bei steigendem Alkoholpegel steigt auch die Verletzungsgefahr. Und wer würde schon gern den Live-Auftritt seiner Lieblingsband verpassen, weil er beim slacklinen runtergefallen ist?

  • An heißen Tagen können auch Wasserbomben ein bisschen Spaß und Erfrischung bringen. Es gibt heutzutage bei fast allen Festivals Wasserhähne, an denen man die kleinen Ballons füllen kann. Wer sich die Wartezeit ersparen will, kann versuchen, die Wasserballons mit einer kleinen Flasche (oder einer Gießkanne mit dünnem Hals – manche Leute nehmen ja ihr halbes Wohnzimmer mit auf ein Festival) zu füllen, oder einen Schluck Wasser in den Mund nehmen und dann den Ballon „aufblasen“.

  • Aber Vorsicht: Wasserbombenschleudern sind nur bedingt empfehlenswert. Klar ist das lustig, die Wasserbombe 100 Meter weit in den Zeltplatz zu schleudern – aber es ist plötzlich gar nicht mehr so lustig, wenn einen so ein Geschoss nach 100 Metern im Gesicht trifft. Wie schmerzhaft das aus der Nähe sein kann, braucht man wohl nicht noch extra erwähnen. Also vielleicht doch lieber bei der altmodischen Variante „Selber Werfen“ bleiben. Es ist doch eh viel lustiger, wenn man zuschauen kann, wie die Wasserbombe am Opfer zerplatzt!

Trinkspiele

Soviel zu den ‚seriösen‘ Spielen – machen wir jetzt weiter mit den RICHTIGEN Festivalspielen! Denn man will ja auf keinen Fall mitten im Festival ausnüchtern und plötzlich einen Kater bekommen. Hier also ein paar Vorschläge, wie ihr das Trinken ein wenig spannender gestalten könnt!

  • FLUNKY BALL 

    DER Festival-Klassiker, der Spiel, Sport, Spaß und Biergenuss mit sich bringt!

    Ihr braucht dazu:

    • Einige werf-, lauf- und trinkfreudige Zeitgenossen
    • Dosenbier (pro Person 1-2 Dosen)
    • einen Gegenstand zum Hinstellen (eine 1,5-Liter-Flasche zu einem Drittel mit Wasser gefüllt hat sich hier bewährt)
    • einen Gegenstand zum Werfen (eine 0,5-Liter-Flasche mit Wasser gefüllt, alternativ ein Ball, ein Schuh, ein leeres Bierfass, was der Zeltplatz eben so hergibt)
    • und ein Spielfeld (z.B. 20 Meter Weg, ein Beachvolleyballfeld, ein Stück Wiese…)
       

    So geht's:

    • Zwei gleich starke Teams werden gebildet, und stellen sich in gleichem Abstand zum in der Mitte platzierten Gegenstand auf (ca. 15-20 Meter).
    • Team 1 beginnt und versucht, mit dem Wurfobjekt den Zielgegenstand in der Mitte zu treffen. Gelingt das und fällt die Flasche um, dürfen alle Mitglieder von Team 1 trinken (so viel und so schnell sie können, dabei soll das Bier aber im Spieler landen, und nicht auf dem T-Shirt oder dem Boden).
      Team 2 stellt währenddessen so schnell wie möglich den Gegenstand in der Mitte auf und holt sich das Wurfobjekt. Sobald alle Spieler von Team 2 wieder hinter ihrer Linie sind, wird lauthals Stopp gerufen und Team 1 muss sofort aufhören zu trinken.
    • Dann ist Team 2 an der Reihe mit Werfen; Team 1 muss aufstellen und einsammeln.
      So geht es, bis in einem Team alle Spieler ihre Dosen geleert haben.
    • Fällt einem Spieler die Dose um, gibt es ein Strafbier: Die angebrochene Dose muss geleert werden und eine komplett neue geöffnet.

    Spielen kann man, so lange man stehen kann!

    Zwei kleine Tipps:

    Tennisbälle eignen sich eher für fortgeschrittene Flunkyballspieler. Da sie so klein und aerodynamisch optimal sind, ist es umso schwerer die Flasche zu treffen – und wenn so ein Tennisball weg und zwischen die Zelte springt, ist es manchmal nicht so leicht ihn schnell wiederzufinden. Und wenn auf längere Zeit keiner trifft (und somit keiner trinken darf), oder wenn das Spiel nach einem Wurf vorbei ist, leidet ein bisschen der Spielspaß. Also lieber ein etwas größeres und unrunderes Wurfgeschoss wählen!

    Mit Neon-Lichtern zur Nachtvariante:

    Mit ein paar Neon-Knicklichtern ist ganz schnell auf die Nacht-Variante umgestellt. Das kann vor allem bei Höchsttemperaturen von tagsüber 30 Grad sehr angenehm sein (man erinnere sich zum Beispiel an das legendär hochsommerliche Wochenende bei Rock im Park 2014). Nacht-Turniere erregen übrigens auch einige Aufmerksamkeit auf dem Zeltplatz!

  • MEIERN / MÄXCHEN / 21

    Meiern (auch Mäxchen oder 21 genannt) ist supereinfach und bringt mit minimalem Aufwand maximalen Spaß!

    Ihr braucht dazu:

    • Ein paar lustige Gesellen (am besten mindestens 4)
    • 1 Würfelbecher
    • 2 Würfel
    • 1 Bierdeckel, Pappteller oder ähnliches zum Weiterreichen des Bechers
        

    So geht’s:

    • Die Spieler setzen sich in einen Kreis - Meiern funktioniert auch gut bei Regen, dann setzt man sich einfach unter den Pavillon und muss nicht raus ins Nasse. Ein Spieler beginnt zu würfeln, schaut sich sein Ergebnis an und sagt den Mitspielern, was er gewürfelt hat. Die größere Zahl wird dabei zuerst genannt (also bei einer 4 und einer 5 macht das 54, nicht 45). Über den einfachen Zahlen stehen die Paschs, die höchste Zahl ist das „Mäxchen“, also 21.
    • Dann wird der Becher weitergereicht. Der nächste würfelt und versucht, die Zahl von Spieler 1 zu übertreffen. Man muss übrigens nicht die Wahrheit sagen, im Gegenteil. Manchmal ist es besser zu lügen – wenn man nicht erwischt wird.
    • Wenn der nächste Spieler die Zahl glaubt, würfelt er weiter. Ist sie höher, sagt er das an und gibt weiter. Ist sie nicht höher, kann er lügen und sofort weitergeben, oder noch einmal würfen und den Becher dann unaufgedeckt weiterreichen.
    • Glaubt der nächste Spieler ihm nicht, deckt er auf ohne zu würfeln. Der Spieler, der Recht hat, bleibt verschont, der andere muss einen Strafschluck trinken.
    • Wenn ein Spieler ein Mäxchen erwürfelt, kann man in verschiedenen Varianten weiterspielen.
      Variante 1 ist die ‚klassische Bestrafung‘: Entweder der nächste Spieler glaubt es ohne nachzuschauen, oder er zweifelt es an und deckt auf. Im ersten Fall muss er einen Strafschluck trinken, im zweiten Fall gibt es zwei Strafschlücke – es sei denn der Geber hat gelogen und es ist KEIN Mäxchen unter dem Becher, dann muss dieser Spieler als Strafe für diesen dreisten Betrugsversuch zwei Schlücke trinken.
      Bei Variante 2 deckt der Spieler der das Mäxchen hat sofort auf, der nächste Spieler bekommt einen Strafpunkt (das heißt trinkt einen Strafschluck) und es gibt einen Richtungswechsel.
      Bei Variante 3 deckt der Spieler mit Mäxchen ebenfalls sofort auf, und alle Spieler nehmen einen Strafschluck. Danach geht es weiter wie gewohnt.
      Generell sind eurer Phantasie hier keine Grenzen gesetzt. Die 42 könnte zum Beispiel eine weitere Bonuszahl sein, und der Würfler darf die Strafschlücke an zwei Personen verteilen. Oder der der das Mäxchen würfelt, muss ein Kleidungsstück ausziehen. Oder zwei Liegestütze machen. Oder, oder, oder.
  • KING'S CUP / WASSERFALL / RING OF FIRE

    Dieses Kartenspiel kommt eigentlich aus England, hat viele Namen, und ist weit mehr als einfach nur „Karten ziehen und trinken“!

    Ihr braucht dazu:

    • Viele lustige Partymenschen (die Anzahl ist egal)
    • Ein Kartendeck (egal ob französisch oder bayerisch, man muss nur bei den Karten entsprechend umdenken)
    • Etwas zu trinken
    • Eine Fläche, auf der ihr die Karten ausbreiten könnt
          

    So geht’s:

    Die Karten werden gemischt und in einem Kreis mit der Bildseite nach unten um einen leeren Becher gelegt. Die Spieler setzen sich darum, jeder braucht ein Getränk. Der Reihe nach werden nun Karten gezogen, je nach gezogener Karte tritt eine bestimmte Regel in Kraft. Welche Karte welche Bedeutung hat, kann man vor dem Spiel nach Belieben festlegen.

    Hier die gängigsten Regeln:

    • 2 – „You“: Der Spieler, der die Karte gezogen hat, bestimmt wer trinken muss.
    • 3 – „Me“: Der Spieler trinkt selbst.
    • 4 – „Whores“: Alle Damen im Spiel trinken (man entschuldige die wenig korrekte Wortwahl, aber das reimt sich nun mal…)
    • 5 – „Jive“: Jeder Spieler, der diese Karte zieht, muss sich eine (Tanz-)Bewegung überlegen. Bei der nächsten gezogenen 5 muss dieser Spieler diese wiederholen und sich eine neue überlegen, und so weiter.
    • 6 – „Dicks“: Diesmal sind alle Herren der Runde an der Reihe mit trinken.
    • 7 – „Heaven“: Alle Spieler strecken einen oder beide Arme in die Luft, der langsamste – trinkt.
    • 8 – „Mate“: Der Spieler, der eine 8 zieht, bestimmt einen Mitspieler der mit ihm trinken muss – jedes Mal. Mit ein bisschen Geschick entstehen so lustige Ketten!
    • 9 – „Rhyme“: Der Spieler überlegt sich ein Wort, reihum müssen die Spieler Wörter finden, die sich darauf reimen. Wer keines mehr findet – trinkt.
    • 10 – „Categories“: Der Spieler überlegt sich einen Überbegriff, reihum müssen die Mitspieler Wörter finden, die in diese Kategorie passen. Beispiel: Biermarken (oder Festivals, Disneyhelden, ….). Wem nichts mehr einfällt – trinken.
    • J – „Make a rule“: Der Spieler stellt eine Regel auf. Das können Regeln sein, die jeder Spieler bei jedem Trinken befolgen muss (Beispiel: Sich auf die Nase tippen, Klatschen,…), oder generelle Regeln für das gesamte restliche Spiel.
    • D – „Questionmaster“: Der Spieler, der die Dame zieht ist der Questionmaster. Wer eine seiner Fragen beantwortet, muss trinken. Es kann immer nur ein Questionmaster im Spiel sein. Man kann in Varianten die Karte entschärfen (z.B. dass der Questionmaster keine Power hat, wenn man mit Gegenfrage / Kompliment / Beleidigung etc. antwortet)
    • K – „King’s Cup“: Die Spieler, die die ersten drei König-Karten ziehen, schütten einen Schluck ihres Getränks in den Becher in der Mitte. Derjenige, der die vierte Karte zieht, hat die große Ehre den Königstrank auszutrinken.
    • A – „Waterfall“: Alle Spieler setzen gleichzeitig an und beginnen zu trinken. Derjenige, der die Karte gezogen hat, darf als erster absetzen, danach dürfen die Spieler reihum einer nach dem anderen aufhören zu trinken.
         

    Weitere Möglichkeiten:

    • Bei den Zahlenkarten können auch Schlücke verteilt werden. Z.B. zwei bei der 2, drei bei der 3 usw.
    • Daumenmaster: Der Spieler, der die Daumenmaster-Karte zieht, platziert irgendwann im Spiel seinen Daumen unauffällig auf seinem Bein, dem Tisch o.Ä. Die anderen Spieler müssen es ihm nachtun - wer es als letztes bemerkt – trinkt.
    • Slow Motion: Wenn diese Karte gezogen wird, müssen alle Spieler sämtliche Bewegungen in Zeitlupe machen. Der erste, der diesen Rhythmus unterbricht – trinkt.
    • Wortverbot: Mit jeder Wortverbot-Karte wird ein Wort für den Rest des Spiels verboten. Wer das vergisst und ein verbotenes Wort benutzt – trinkt. Beliebte verbotene Wörter sind z.B. „du“ und „trinken“ – das kann zu fortgeschrittener Spielstunde ganz schön knifflig werden!
    • Snake Eyes: Dem Spieler, der diese Karte zieht, darf man nicht mehr in die Augen schauen. Wer es doch tut – trinkt. Es kann immer nur eine Karte im Spiel sein.
    • Gecko: Wenn ein Spieler diese Karte zieht, ruft er laut „Gecko“! Alle Spieler müssen sich flach auf den Boden legen, der letzte – trinkt.
        

    Wie man sieht, sind der Phantasie bei diesem Spiel keine Grenzen gesetzt! Mit ein bisschen Abwechslung kann man sich mit diesem Trinkspiel gut und gerne mal ein paar Stunden beschäftigen.

  • FLASCHENDREHEN / ICH HAB NOCH NIE…

    „Das hab ich doch mit 16 schon gespielt“, sagt ihr? Na und? Das Durchschnittsalter auf den meisten Festivals sinkt sowieso, und außerdem ist es auch ganz lustig, mal zehn Jahre später die alten Kamellen nochmal auszupacken. Und vielleicht erfährt man ja so die ein oder andere Kleinigkeit von seinen Mitcampern, die man bis dato nicht wusste…

    Man kann diese Spiele außerdem immer kreativ erweitern. Wie wäre es zum Beispiel mit „Wenn ich du wäre“-Flaschendrehen? Oder Trink-Ich hab noch nie?