09.04.2020 | Specials Carl Perkins: Der Rockabilly-Pionier im Porträt

Mit Songs wie "Blue Suede Shoes" und "Honey Don't" gilt er als Begründer des Rockabilly - heute wäre er 88 Jahre alt geworden. Wir feiern Carl Perkins!

Foto: Sun Records

Geht es um den Rock'n'Roll der 1950er und 1960er tauchen vor allem Namen wie Bill Haley, Elvis Presley oder Johnny Cash auf. Einer wird dabei aber oft vergessen: Carl Perkins! Dabei war er es, der das Rock'n'Roll-Image lebte wie kein Zweiter und sich stets selbst treu blieb: "I never had a manager. I said: 'I ain't givin' nobody 20 Cents out of my dollar!'" - noch Fragen?

Am 09. April 1932 kam Perkins in Tiptonville, Tennessee zur Welt. Er wuchs auf der Farm seiner Eltern auf und verliebte sich schon im Kindesalter in die Gospel-Songs der afroamerikanischen Arbeiter auf den Baumwollfeldern. Auf einer Gitarre, die ihm sein Vater aus Draht, einer Zigarrenschachtel und einem Besenstiel gebastelt hatte, brachte er sich das Spielen bei und begann eigene Lieder zu schreiben. 

Mit seinen Brüdern gründete er als Teenager die Band The Perkins Brothers, mit denen er in lokalen Clubs auftrat. Im doch recht ländlichen Tennessee waren nicht alle begeistert von seinem Klang, da Carl zum einen den "schwarzen" Rhythm & Blues spielte und zum anderen mit einer E-Gitarre hantierte, deren Klang in den Jahren noch lange nicht im Mainstream angekommen war.

Man mag es Schicksal nennen, dass der junge Carl eines Tages einen Song von Elvis Presley im Radio hörte und feststellte, dass der Sound des Kings of Rock'n'Roll seinem nicht unähnlich war. Er beschloss umgehend nach Memphis zu fahren und sich bei Sam Phillips vorzustellen, der damals Elvis für sein Label Sun Records entdeckt hatte. Er war auch von Carl Perkins begeistert und nahm ihn sofort unter Vertrag. 

1955 veröffentlichte Carl Perkins mit "Blue Suede Shoes" einen Top-Hit, der sich über eine Millionen Mal verkaufte. Doch damit sollte sein Zenith bereits erreicht sein. Ein schwerer Autounfall setzt den Künstler lange Zeit außer Gefecht und während er im Krankenhaus lag, coverte Elvis höchstpersönlich seinen Song "Blue Suede Shoes" und wurde damit noch erfolgreicher. 

Auch wenn er weitere Songs - darunter Klassiker wie "Matchbox" und "Everybody's  Trying To Be My Baby" - veröffentlichte, sollte sich der Erfolg nicht mehr einstellen. Perkins geriet zunehmend in Vergessenheit und kämpfte mit starken Alkoholproblemen. Einzig die großen Musiker erinnern sich regelmäßig an ihn, so holte ihn Chuck Berry mit auf Tournee durch Großbritannien und die Beatles coverten einige seiner Nummern. Auch sein alter Freund Johnny Cash versuchte, ihm wieder auf die Beine zu helfen und stellte ihn als Begleitmusiker ein - unter anderem für seine legendäre Show im Folsom Prison.

In den Achtzigern hat sich Carl Perkins wieder gefangen. Er bekam nach und nach sein Privatleben in den Griff und wurde durch Bands wie die Stray Cats, die eine neue Generation des Rockabillys einläuteten, wieder als das gefeiert, was er ist: Der King of Rockabilly! Am 19. Januar 1998 starb der Musiker im Alter von 65 Jahren an Krebs und den Folgen mehrerer Schlaganfälle. Bei seiner Beerdigung waren Größen wie George HarrisonJerry Lee Lewis, Johnny Cash und seine Frau June anwesend.

Carl Perkins wurde nie ein Star wie seine Genre-Kollegen - doch sein musikalisches Erbe kann man nicht hoch genug einstufen. Zu seinem 88. Geburtstag gedenken wir einer wahren Rockabilly-Legende und feiern ihn mit dem passenden Sound auf ROCK ANTENNE!