25.11.2019 | Specials David Bowie: Der Verwandlungskünstler des Rocks im Porträt

Er gilt als einer der größten und einflussreichsten Musiker aller Zeiten - ob als Ziggy Stardust, Thin White Duke oder Major Tom, wir gedenken David Bowie in unserem Porträt.

  • Er war ein Verwandlungskünstler, Vollblutmusiker und nie um einen guten Spruch verlegen: David Bowie! Hier gibt es seine besten Sprüche zum Durchklicken -->

    Er war ein Verwandlungskünstler, Vollblutmusiker und nie um einen guten Spruch verlegen: David Bowie! Hier gibt es seine besten Sprüche zum Durchklicken -->

    Foto: Warner Music Group
  • Die besten Sprüche von David Bowie
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"Look up here, I'm in heaven." So beginnt David Bowies Gesang in seinem letzten veröffentlichten Musikvideo zum Song "Lazarus". Der Künstler liegt mit verbundenen Augen auf einem Sterbebett, als hätte er gewusst, was kommt: sein 25. und letztes Studioalbum Blackstar erschien an seinem 69. Geburtstag, nur zwei Tage vor seinem Tod. 

David Bowie war ein musikalisches Ausnahmetalent. Mit seinem exzentrischen Auftreten und seinen herausragenden Kompositionen galt er als musikalisches Chamäleon und war eine Inspiration für zahlreiche Künstler wie Marilyn MansonU2, Placebo und sogar Nirvana, die seinen Song "The Man Who Sold The World" bei ihrem legendären Unplugged-Album spielten. 

Geboren am 08. Januar 1947 in London-Brixton, kommt er durch seinen Vater auf den Rock'n'Roll. Als er zum ersten Mal "Tutti Frutti" von Little Richard gehört hatte, erinnert er sich später: "Ich hatte Gott gehört". Doch den größten Einfluss auf Davids Werdegang übte wohl sein Halbbruder Terry auf ihn aus. Er war der Rebell der Familie, passte sich ungern der "britischen Korrektheit" an, die in Bowies Elternheit vorherrschte und brachte den kleinen David zum Jazz.

Beide Genres sollten großen Einfluss auf ihn haben, wie man auf seiner ersten selbstveröffentlichten Single "Liza Jane" aus dem Jahr 1964 hören kann:

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Obwohl man aus heutiger Sicht meinen könnte, dass die Nummer doch ganz gut ins Ohr geht,
war sie kein kommerzieller Erfolg. Sagen wir wie es ist: Bowie war einer von vielen, die sich mit diesem Sound austobten - doch zum Glück war der damals sehr schüchterne 16-Jährige noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen.

Mit seinem selbstbetitelten Debütalbum konnte man dann langsam erahnen, wohin die Reise geht. Folk und Psychedelic mischten sich unter die Songs, der Erfolg allerdings nicht. Erst mit seinem Meisterwerk David Bowie (Space Oddity) trifft er den Zahn der Zeit auf den Punkt und kreierte die bis heute legendäre Figur Major Tom.

Bowie hatte sein Erfolgsrezept mit seinem zweiten Album gefunden - er war ein großartiger Songschreiber und nicht zuletzt ein Geschichtenerzähler. Er dachte sich die verschiedensten Charaktere aus und fuchste sich selbst in die Rollen rein wie ein Schauspieler: "Damals war ich absolut Ziggy Stardust", sagte er einmal über seine Scheibe The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars. "Es war keine Rolle mehr, ich bin er!"

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Wer glaubte, dass David Bowie mit seinen Werken auf der Höhe seines Schaffens angekommen war,
sah sich getäuscht. Zusammen mit Iggy Pop zog er Mitte der 1970er in die Rock City Berlin und produzierte nicht nur Iggys legendäres Lust For Life, sondern veröffentlichte seine Berlin-Trilogie aus den Alben Low (1977)Heroes (1977) und Lodger (1979).

Zwar heißt es später, dass die Alben weniger zugänglich als ihre Vorgänger seien - doch eine bunte, ausgefallene Geschichte hätte nicht zu den vom kalten Krieg geprägten Eindrücken Bowies gepasst. Zudem machte er einen kalten Entzug von harten Drogen, es war eine schwere, aber auch kreative Zeit für den Sänger.

David Bowie hat es immer wieder geschafft, seinen Sound und sein Auftreten neu zu erfinden. Man denke an den kühlen "Thin White Duke" und dann an das herrlich schlechte Video, in dem er mit Mick Jagger zu "Dancing In The Streets" durch eine Fabrikhalle hüpft - und dafür haben wir ihn geliebt!

Schon während der Arbeiten an seiner letzten Scheibe kämpfte Bowie gegen den Leberkrebs. Er hielt die Krankheit vor der Öffentlichkeit geheim, doch in seinen Texten kann man die Bezüge auf den Tod deutlich heraushören. Auch musikalisch ist Blackstar melancholisch und düster gehalten, was der Klasse des Albums allerdings überhaupt keinen Abbruch tut. Im Gegenteil: Die Kritiken fielen überwiegend positiv aus.

Am 10. Januar 2016 schlief David Bowie friedlich im Kreise seiner Familie ein. Dass er heimlich, still und leise von uns ging, passte zu ihm - so wie er arbeitete, so ging er auch mit seinem Tod um: für sich. Im Nachhinein hören sich die Zeilen des Songs "Lazarus" wie ein Abschied, aber auch ein Trost für seine Fans an: "Oh I'll be free just like that bluebird. Oh I'll be free, ain't that just like me."

Wir gedenken einem Mythos und einer Legende der Musik-Geschichte mit seinen besten Sprüchen in unserer Bildergalerie - Rock in Peace, David Bowie!

Gehört David Bowie in die ROCK ANTENNE Hall of Fame?