30.01.2018 | Rock and Roll All Nite: Das KISS-Special auf ROCK ANTENNE! KISS-tory: Die Bandgeschichte von KISS

Einzigartige Masken, legendäre Bühnenshows und ganz viel Hard Rock zum richtig abfeiern: KISS sind längst lebende Legenden. Einen Überblick über ihre bewegte Bandgeschichte findet ihr hier.

Foto: WMG Gene Simmons aka The Demon und Paul Stanley alias The Starchild - die beiden Masterminds von KISS
  • Von Wicked Lester zu KISS

    Im Jahr 1972 hatten sich der Grundschullehrer Gene Klein alias Gene Simmons und der Taxifahrer Stanley Eisen alias Paul Stanley in New York kennen gelernt und beschlossen, zusammen Musik zu machen. Sie gründeten die Band Wicked Lester, die sie aufgrund von Unstimmigkeiten mit den anderen Mitgliedern jedoch bald wieder verließen. Über eine Zeitungsanzeige lernten Gene und Paul den Drummer Peter Criss kennen, der selbst auf der Suche nach einer Band war. Im Januar 73 stieß dann noch Paul „Ace“ Frehley als Leadgitarrist dazu und man änderte den Gruppennamen auf KISS. 

  • Die frühen Jahre

    Nach dem legendären Abend im Popcorn Club ging es zunächst eher zögerlich voran für KISS. Im Sommer '73 wurde Bill Aucoin Manager der Band und holte für die Jungs einen Plattenvertrag bei Emerald City Records an Land. Am 31. Dezember 1973 lieferten KISS dann ihren ersten hochoffiziellen Auftritt in der Academy of Music in New York ab. Die erste Tour startete am 4. Februar, das erste Album Kiss erschien am 18. Februar 1974.

  • KISS auf der Bühne

    Gene Simmons, seines Zeichens großer Comic- und Horrorfan, brachte die Idee ein, sich für die Auftritte zu maskieren und entsprechend zu kostümieren. Das sorgte definitiv für den gewissen Wiedererkennungswert, und bis 1984 zeigten KISS ihre wahren Gesichter nicht in der Öffentlichkeit. Die Show ist wichtig bei KISS: Nicht umsonst heißt es „you want the best, you got the best!“ Flammen, Rauch, funkensprühende Podeste, mittlerweile auch moderne Video- und Bühnen-Technik – erst wenn es fliegt, brennt oder explodiert, ist es KISS-konform. 

  • Der Durchbruch

    Nach einigen zähen Anfangsjahren erlebten KISS ihren großen Durchbruch 1975 mit ihrem Live-Album Alive!. Es verkaufte sich millionenfach und brachte KISS in die oberen Ränge der Charts. Mit Bob Ezrin als Produzenten brachten Simmons, Stanley und Co. 1976 das Album Destroyer auf den Markt – die kommerziell erfolgreichste KISS-Scheibe mit Hits wie „Detroit Rock City“ und „Beth“. In Japan brachen KISS einen Zuschauerrekord, den bis dahin die Beatles innegehabt hatten. Marvel veröffentlichte zwei Comic-Bände mit der Band als Helden. Die Merch-Maschine lief in Hochtouren und versorgte KISS-Fans mit Flipperautomaten, Puppen der einzelnen Musiker, Schminkutensilien, Brettspielen, usw. Auch die Mitgliederzahlen des offiziellen Fanclubs stiegen rasant: Die KISS Army hatte im Nu eine sechsstellige Mitgliederzahl erreicht. 

  • Die Krise

    Auf dem Höhepunkt der Popularität wuchsen jedoch auch die Spannungen in der Band. 1978 brachten alle vier Bandmitglieder gleichzeitig Solo-Werke auf den Markt, die sich nur sehr mäßig verkauften. Obwohl KISS mit dem 1979er Album Dynasty erneut einen Verkaufsschlager landeten, spielten sie auf der zugehörigen Tour oft in halbleeren Hallen. Anfang der 80er Jahre verließ Peter Criss die Band, es kam Eric Carr am Schlagzeug. Im November kam das Konzeptalbum Music from the Elder, das sich für KISS-Verhältnisse sehr schlecht verkaufte. Sie trennten sich von Manager Bill Aucoin, und auch Ace Frehley beschloss, die Band zu verlassen. Aus Imagegründen sollte Frehley noch auf dem Cover des nächsten Albums auftauchen – so ist er auf dem Cover von Creatures of the Night noch zu sehen, obwohl er an den Aufnahmen gar nicht mehr beteiligt war. Für die kurz darauf stattfindende „10th Anniversary Tour“ sprang Vinnie Vincent, der auch schon im Studio mitgearbeitet hatte, ein und wählte eine Maskierung im altägyptischen Stil. Es sollte für eine ganze Weile die letzte Tour mit Masken gewesen sein. 

  • KISS ohne Masken

    1983, zur Bewerbung ihres neuen Albums Lick It Up, beschlossen KISS, bei einem Live-Auftritt im Musikfernsehsender MTV ungeschminkt aufzutreten. Das saß: Die Scheibe verkaufte sich wieder deutlich besser als ihre Vorgänger. Es gab erneut einen Besetzungswechsel: Gitarrist Vinnie Vincent wurde im Mai 84 entlassen und durch Mark St. John ersetzt. St. John erkrankte jedoch bald darauf an Morbus Reiter, einer Form von Arthritis, sodass er kaum spielen wurde und zunächst vorübergehend und schließlich im Dezember 84 endgültig von Bruce Kulick ersetzt wurde. Es folgten sehr erfolgreiche Jahre den Hit-Scheiben Asylum 1985, Crazy Nights 1987 und Hot in the Shade 1989. Auch Anfang der 90er sonnten sich KISS im Erfolg, begannen die Konkurrenz neuer Gruppen wie Mötley Crüe, Guns N’Roses oder Bon Jovi immer deutlicher zu spüren. 

  • KISS in den 90ern

    1991 dann der Schreck: Die Band erfuhr, dass Eric Carr an Krebs erkrankt war. Nur wenig später starb der Schlagzeuger am 24. November 1991 im Alter von nur 41 Jahren. Für die Aufnahmen zum neuen Album übernahm Eric Singer die Schlagzeugparts. Das Album Revenge erschien im Mai 1992 und kam bis in die Top 10 der Charts. 1995 reisten KISS mit der „Worldwide KISS Convention Tour“ um den Globus. Die Conventions dauerten jeweils den ganzen Tag und baten das volle KISS-Programm: Alte Bühnenoutfits und Instrumente wurden ausgestellt, Cover-Bands traten auf, Merchandise aller Art wurde verkauft und als Höhepunkt war die Band selbst am Start und spielte ein rund zweistündiges Unplugged-Konzert. Am 09. August 1995 traten KISS bei MTV Unplugged auf und luden ihre Ex-Mitglieder Criss und Frehley ein, bei den Zugaben mit einzusteigen. 

  • Die Wiedervereinung

    Nachdem es bei MTV Unplugged so gut gelaufen war, trat die Band 1996 die große Wiedervereinigung in Ur-Besetzung an und ging als Vierergespann und auch wieder mit voller Montur und Make-Up auf große KISS Alive/Worldwide-Tour. Am 16. April 1996 lud die Truppe zu einer Pressekonferenz an Bord der USS Intrepid, einem zum Museumsschiff umfunktionierten Flugzeugträger im Hafen New Yorks, wo sie ihre „Pläne zur Erringung der Weltherrschaft“ verkündeten. Die Pressekonferenz wurde vom US-Fernsehstar Conan O’Brien moderiert und in 58 Länder übertragen. 1998 veröffentlichte die wiedervereinigte Band das Album Psycho Circus – auf Frehley und Criss allerdings hauptsächlich namentlich beteiligt sind. Die meisten Gitarrenparts stammen von Tommy Thayer und Bruce Kulick, die Drums von Studiomusiker Kevin Valentine. 1999 kam der von Simmons produzierte Film „Detroit Rock City“ ins Kino, zwei Tage vor der Premiere erhielten KISS einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. 

  • Der endgültige Bruch

    Im Sommer 2000 spielten KISS dann eine große USA-Abschiedstournee. Anfang 2001 verließ Criss vorübergehend die Band und wurde wieder vom vorigen Schlagzeuger Eric Singer ersetzt. Obwohl Criss dann noch einmal zurückkam, musste er die Band im März 2004 endgültig verlassen, weil sein Vertrag nicht verlängert wurde. Criss sagte später, er sei entlassen worden, weil Simmons und Stanley frisches Blut in der Band wollten. An seine Stelle trat erneut Eric Singer. Und auch Ace Frehley war ab Anfang der 2000er endgültig nicht mehr dabei: 2002 hatte Gene Simmons seine Autobiografie veröffentlicht, in der er kein gutes Haar an Frehley ließ. Nach diesen Ereignissen wollte Frehley nicht mehr mit den anderen auf einer Bühne stehen und wurde schließlich von Tommy Thayer an der Leadgitarre ersetzt. 2008 ging die Band anlässlich ihres 35. Jubiläums auf „KISS Alive/35“-Welttournee. 2009 erschien das nächste Album Sonic Boom, im Oktober 2012 dann das mittlerweile 20. Studiowerk Monster. Am 10. April 2014 wurden KISS in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Rage Against the Machine-Gitarrist Tom Morello hielt die Laudatio und äußerte sich dabei als glühender KISS-Fan und alle vier Gründungsmitglieder waren zum ersten Mal seit langem wieder gemeinsam eine Bühne. 

  • KISS heute

    KISS auf der Bühne vor drei Zuschauern, wie 1973 - das hat sich mittlerweile deutlich geändert: Heute gehen KISS auf ausverkaufte Stadien-Tourneen und begeistern rund um den Globus zigtausende Fans mit ihren Shows. Erst letztes Jahr waren sie in Europa und u.a. auch in Deutschland zu Gast. Und nicht nur beim Touren läufts: Mit über 100 Millionen verkauften Tonträgern zählen KISS zu den erfolgreichsten Rock-Bands aller Zeiten. Und diese Jungs wissen, wie man sich bestmöglich verkauft: Die KISS-Army ist eine der größten und wichtigsten Fan-Communities der Welt und KISS sind wahrhaft die Erfinder des Band-Merchandise. Ob ganz klassisch Patches oder Shirts über Tassen, Figuren, Schmuck bis hin zum eigenen KISS-Flipperautomaten - es gibt nichts, was es nicht gibt mit einem KISS-Logo drauf.