26.06.2020 | Specials Happy Birthday, Mick Jones: Der Gitarrist von The Clash im Porträt

Wenn es eine Punk-Band geschafft hat, die Rock-Geschichte nachhaltig zu prägen, dann waren es The Clash! Das lag zum einen am Poeten Joe Strummer, aber auch am musikalischen Genie von Mick Jones.

  • Er erkannte Joe Strummers Rockstar-Potenzial und sorgte für den unverwechselbaren The Clash-Sound: Mick Jones!


	Foto: John Coffey - Flickr, CC BY 2.0, Link

    Er erkannte Joe Strummers Rockstar-Potenzial und sorgte für den unverwechselbaren The Clash-Sound: Mick Jones!

    Foto: John Coffey - Flickr, CC BY 2.0, Link

  • The Clash waren für den Punk das, was die Beatles und die Stones für den Rock der 60er Jahre waren.

    The Clash waren für den Punk das, was die Beatles und die Stones für den Rock der 60er Jahre waren.

    Foto: Sony Music
  • Und auch als die Besuchermengen größer wurden und die Albumverkäufe anstiegen, haben sie sich die Punk-Attitüde immer beibehalten.

    Und auch als die Besuchermengen größer wurden und die Albumverkäufe anstiegen, haben sie sich die Punk-Attitüde immer beibehalten.

    Foto: Warner Music Group
  • Die Sex Pistols haben zertrümmert - The Clash haben begründet, warum sie zertrümmern. Das Songwriting von Mick Jones und Joe Strummer suchte seinesgleichen!

    Die Sex Pistols haben zertrümmert - The Clash haben begründet, warum sie zertrümmern. Das Songwriting von Mick Jones und Joe Strummer suchte seinesgleichen!

    Foto: Sony Music
  • Doch leider zerstritten sich die Mitglieder nach nur sechs Jahren - Mick Jones wurde gefeuert.

    Doch leider zerstritten sich die Mitglieder nach nur sechs Jahren - Mick Jones wurde gefeuert.

    Foto: Sony Music
  • Zu einer Reunion kam es nie - als The Clash 2003 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurden, war Joe Strummer bereits tot. Doch Jones betont, dass es viel wichtiger war, dass man sich ausgesöhnt habe.

    Zu einer Reunion kam es nie - als The Clash 2003 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurden, war Joe Strummer bereits tot. Doch Jones betont, dass es viel wichtiger war, dass man sich ausgesöhnt habe.

    Foto: Sony Music
  • Heute betritt Mick Jones nur noch selten die große Bühne, doch sein Beitrag für die Punk- und die Rock-Welt wird unvergessen bleiben.

    Heute betritt Mick Jones nur noch selten die große Bühne, doch sein Beitrag für die Punk- und die Rock-Welt wird unvergessen bleiben.

Man muss sich das einmal vorstellen: Ein begnadeter Texter wie Joe Strummer trifft auf einen nicht minder begnadeteren Gitarristen Mick Jones und man tut sich zusammen, um eine Punk-Band zu gründen. Man möchte meinen, dass das Genre noch heute von der Genialität dieses Duos profitiert.

"Es ist interessant, dass man heute sagt: Die Sex Pistols hätten dich dazu gebracht, mit deinem Kopf die Wand zu zertrümmern. The Clash haben dir auch einen Grund dazu gegeben!" - Don Letts, britischer DJ

Mick Jones, geboren am 26. Juni 1955, war der Weg zum Musiker quasi vorgezeichnet - bzw. zeichnete er ihn sich selbst. Er besuchte die West London School of Art and Design, nicht etwa, weil er Künstler werden wollte, sondern weil dort die Leute waren, die ihm neue Bands zeigen konnten.

Und diesen folgte er auch mal durch das ganze Land. "Ich bin mit Mott the Hoople das Land hoch und runter gefahren", erzählte er in einem Interview 2006. "Ich war in Liverpool, in Newcastle, überall – schlief auf den Treppen der Stadthallen und habe mich in den Toiletten von Zügen versteckt, wenn der Fahrkartenkontrolleur kam."

Für Mick war immer klar, dass er in einer Band sein musste. Als guter Gitarrist trat er in den frühen 70ern der Glam Rock-Band The Delinquents bei, doch das war nichts für Mick. Zusammen mit Tony James (später Generation X und Sisters of Mercy) gründete er 1975 die Punkband London SS - hier fand Jones nicht seinen Erfolg, aber seine Welt!

Ohne je ein einziges Konzert zu spielen, lösten sich London SS nach Monaten von Besetzungswechseln wieder auf, doch Mick Jones und Bassist Paul Simonon beschlossen, weiter Musik zu machen. Nur ein Sänger fehlte noch - und sie fanden ihn 1976 in Joe Strummer, damals noch bei der Pub Rock-Band The 101ers und sehr pessimistisch in Hinsicht auf die eigene Musikerkarriere, da er jedes Selbstvertrauen verlor, nachdem er einen Gig der Sex Pistols gesehen hatte.

"Mick sah Joe Strummer mit The 101ers in einem Pub und dachte sich nur: 'Mann... die Band ist totaler Müll, aber der Leadsänger ist fantastisch!" - Pat Gilbert, The Clash-Biograf

Es war Jones, der Strummers Talent erkannte und ihm die Pistole auf die Brust setzte: "Du hast 48 Stunden, um zu entscheiden, ob du bei einem Konkurrenten für die Sex Pistols mitmachen willst!" Strummer entschied sich nach 24, The Clash waren geboren!

Nach nur einem Monat Proben, traten The Clash zum ersten Mal live auf - ausgerechnet als Vorband der Pistols. Doch sie sollten die Musikwelt mehr erobern, als es ihre "Vorbilder" je gekonnt hätten. Das Songwriting von Jones und Strummer suchte seinesgleichen, Alben wie Give 'Em Enough Rope, London Calling und Combat Rock erreichten nicht nur in der Punk-Welt Kultstatus.

Auch weil der - bei Punkbands gern gebrauchte - Ausverkauf-Vorwurf gegenüber The Clash nie funktionierte. Die Attitüde hatten Strummer, Jones, Simonon und Topper Headon nie verloren und ihre Songs enthielten allzeit und immer die Message der wütenden Straßen, auf denen sie ihre Karriere starteten - sie beherrschten nur die Musik, die sie machten!

Die Erfolgsgeschichte war dennoch viel zu kurz - 1983 wurde Mick Jones gefeuert, unter anderem aufgrund seines Hangs zur Unpünktlichkeit. Eine Reunion sollte nicht mehr stattfinden - am 22. Dezember 2002, nur wenige Monate vor der Einführung The Clashs in die Rock and Roll Hall of Fame, starb Joe Strummer an einem Herzfehler.

"Normalerweise spielt man ja als Band bei so einer Zeremonie. Joe war tot - also haben wir es nicht gemacht. Es gab auch keinen Punkt, an dem es jeder von uns zur gleichen Zeit Lust dazu gehabt hätte. Das Wichtigste war, dass wir wieder Freunde geworden sind, nachdem es mit der Band vorbei war – und das blieben wir bis zum Ende. Das war wichtiger als die Band." - Mick Jones

Heute wird Mick Jones 65 Jahre alt - wir verdanken ihm großartige Songs wie "Career Opportunities", "Garage Land", "London Calling", "Tommy Gun" oder "Train in Vain". Vor allem aber auch die Inspiration für so viele weitere Bands wie Green DayBad Religion, Rancid, NOFX, Anti-Flag… die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Von der großen Bühne hat sich Jones eher zurückgezogen - zuletzt tauchte er als Erzähler auf dem Album King's Mouth von The Flaming Lips. Aber auch im Gemütlichen feiert es sich mit dem passenden Sound auf ROCK ANTENNE

Happy Birthday, Mick Jones!

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