30.04.2020 | Fakten & Portraits Muddy Waters: Unser Porträt über den Hoochie Coochie Man

Ohne ihn keine Rolling Stones, kein Led Zeppelin, kein Gary Moore und kein AC/DC: Muddy Waters hat mit seinem Blues auch die Rock-Welt nachhaltig beeinflusst.

  • Sein Vermächtnis hat nicht nur den Blues, sondern auch den Rock nachhaltig beeinflusst: Muddy Waters.

    Sein Vermächtnis hat nicht nur den Blues, sondern auch den Rock nachhaltig beeinflusst: Muddy Waters.

    Foto: Rock and Roll Hall of Fame
  • Seine Arrangements waren härter als die der bis dahin bekannten Künstler - Muddy nannte es später "das Chicago-Ding".


	Foto: Lionel Decoster - Own work, CC BY-SA 4.0, Link

    Seine Arrangements waren härter als die der bis dahin bekannten Künstler - Muddy nannte es später "das Chicago-Ding".

    Foto: Lionel Decoster - Own work, CC BY-SA 4.0, Link

  • Von den späten 1940ern bis in die späten 1950er wurde er als "King des Chicago Blues" gefeiert - es folgten einige Experimente, die allerdings floppten.


	Foto: Jean-Luc Ourlin - Flickr as Muddy Waters, CC BY-SA 2.0, Link

    Von den späten 1940ern bis in die späten 1950er wurde er als "King des Chicago Blues" gefeiert - es folgten einige Experimente, die allerdings floppten.

    Foto: Jean-Luc OurlinFlickr as Muddy Waters, CC BY-SA 2.0, Link

  • Doch seinem Vermächtnis tat das schon damals keinen Abbruch: die Rolling Stones benannten sich sogar nach einem Song von Muddy Waters und sollten eine Weltkarriere hinlegen.

    Doch seinem Vermächtnis tat das schon damals keinen Abbruch: die Rolling Stones benannten sich sogar nach einem Song von Muddy Waters und sollten eine Weltkarriere hinlegen.

    Foto: Universal Music
  • Auch Muddy Waters besann sich wieder auf den Blues zurück und feierte wieder Erfolge mit zahlreichen Kollaborationen. Am 30. April 1983 verstarb er an den Folgen eines Herzfehlers.


	Foto: Lionel Decoster - Own work, CC BY-SA 4.0, Link

    Auch Muddy Waters besann sich wieder auf den Blues zurück und feierte wieder Erfolge mit zahlreichen Kollaborationen. Am 30. April 1983 verstarb er an den Folgen eines Herzfehlers.

    Foto: Lionel Decoster - Own work, CC BY-SA 4.0, Link

"Es wird Jahre brauchen, bis die Leute realisieren, wie viel er für die amerikanische Musik getan hat", sagte der große B.B. King nach dem Tod Muddy Waters' am 30. April 1983. "Muddy war ein Meister der richtigen Noten." Damit hatte King nicht unrecht - denn während immer wieder Bill HaleyElvis Presley und Chuck Berry als "Erfinder des Rock'n'Roll" aufgezählt werden, vergisst man zuweilen auch den Grundstock des damals neuen Genres: den Blues. 

Diesen beherrschte Muddy Waters wie kein Zweiter! Aufgewachsen bei seiner Großmutter - seine Eltern starben früh nach seiner Geburt - kam er in der Kirche seines Heimatorts Rolling Fork, Mississippi früh mit der Musik in Verbindung. Dort hat er die Leidenschaft für das Singen entdeckt, nur eine Gitarre konnte er sich lange nicht leisten. "Ich habe das letzte Pferd, das wir hatten verkauft", erzählte er später. "Ich habe etwa 15 Dollar dafür bekommen, habe meiner Großmutter die Hälfte gegeben und mir dann für etwa 2,50 Dollar meine erste Gitarre gekauft." Damals war er 17 Jahre alt. 

Seine große Karriere sollte 1941 beginnen. Der renommierte Musikforscher Alan Lomax reiste damals durch die Staaten, um verschiedene Country-Bluesmusiker aufzunehmen - Waters meldete sich und spielte an einem Samstagnachmittag im August seinen ersten Song ein. Knapp ein Jahr später kam Lomax wieder zurück und nahm zwei weitere Songs des jungen Manns auf, die vom Label Testament Records veröffentlicht wurden. Muddy Waters brach seine Zelte in Rolling Fork ab und ging nach Chicago - die Stadt des Blues und des Jazz.

Zweifellos die richtige Entscheidung - denn nachdem er sich zunächst als Begleitmusiker in verschiedenen Kneipen durchschlug, wurde schnell klar, dass der Junge mehr drauf hatte. Seine Songs "I Can't Be Satisfied", "I Feel Like Going Home" und schließlich "Rollin' Stone" wurden seine ersten Hits. 

.
Unter dem Label Chess Records sollte Muddy Waters
zum "King of Chicago Blues" werden. Es folgten Klassiker wie "I Just Want To Make Love To You", "I'm Ready" und natürlich der legendäre "Hoochie Coochie Man", dessen Riff sich durch die ganze Rock-Geschichte zieht. Allerdings waren noch nicht alle bereit für Muddys Sound.

1958 kam er auf Tour nach England und die sollte kräftig in die Hose gehen. "Zu laut", sei die Musik, wie englische Medien schrieben. "Ich zog halt das Chicago-Ding durch", meinte Muddy Waters nüchtern. Doch in der empörten Menge seiner Auftritte fanden sich auch ein paar junge Kerle, die "das Chicago-Ding" alles andere als zu laut fanden. Muddys vergleichsweise härterer Sound regte eine Generation junger Engländer dazu an, ihre eigenen Bands zu gründen. 

The Rolling Stones, die sich sogar nach dem Song Muddy Waters' benannten, waren nur eine von vielen. Eric Clapton wuchs mit Muddys Musik auf, Canned Heat coverten Nummern des Musikers, Led Zeppelins "Whole Lotta Love" basierte auf "You Need Love" und AC/DC schauten sich bei "Whole Lotta Rosie"  einiges vom "Hoochie Coochie Man" ab. 

Muddy Waters Einfluss auf den Rock, wie wir ihn heute kennen, kann also nicht hoch genug eingeschätzt werden. Er verstarb in der Nacht des 30. Aprils 1983 im Schlaf an einem Herzfehler, doch sein Erbe lebt in unserer Lieblingsmusik weiter und wir wollen ihn feiern, mit dem passenden Sound auf ROCK ANTENNE!

Rock in Peace, Muddy Waters!

Weitere Pioniere des Rock'n'Roll: