21.02.2019 | Fakten & Portraits Tag der Muttersprache: Rock in Translation

Wir feiern den internationalen Tag der Muttersprache und hören aus diesem Anlass mal, was passiert wäre, wenn die größten Rock-Songs nicht auf englisch geschrieben worden wären.

Der internationale Tag der Muttersprache - eingeführt von der UNESCO, um die kulturelle Vielfalt und Mehrsprachigkeit zu fördern und seitdem alljährlich am 21. Februar gefeiert. Durchaus eine ehrbare Intention, schließlich existieren laut einer Studie aus dem Jahr 2009 beinahe 7.000 Sprachen weltweit - und über die Hälfte ist vom Aussterben bedroht.

Trotz der vielen verschiedenen Mundarten ist die vorherrschende Sprache im Rock'n'Roll Englisch. Natürlich - da gibt es Bands wie Rammstein, die dafür sorgen, dass 20.000 Amerikaner deutsch singen, zahlreiche französische Künstler, die in ihrer Muttersprache rocken oder die Héroes del Silencio, die mit "Entre dos Tierras" einen spanischen Welt-Hit landeten - doch im Großen und Ganzen hieß es "We Will Rock You" und nicht "Wir werden euch rocken".

Doch was wäre passiert, wenn die großen Rockstars wie die Rolling Stones, Queen und David Bowie nicht auf englisch gesungen hätten? Hier zeigen wir euch ein paar Beispiele, wie die großen Hymnen auf Spanisch, Italienisch oder auf Deutsch klingen würden:

  • Caterina Caselli - "Tutto Nero"

    The Rolling Stones auf Italienisch? "Non c'é problema", dachte sich die gute Caterina Caselli aus Modena in Italien und übersetzte den Klassiker "Paint It Black" in ihre Muttersprache. Ihre größten Erfolge feierte Caselli in den 1960er und 1970er Jahren, doch bekannt wurde sie vor allem durch ihre Entdeckung des berühmten Opernsängers Andrea Bocelli, dessen Plattenlabel Sugar Records sie heute leitet.

  • Gipsy Kings - "Hotel California"

    Das Tempo ein bisschen hochgedreht, ein paar Salsa-Elemente rein und der Mega-Hit der Eagles klingt noch einmal eine ganze Nummer flotter. Bekannt ist diese Version unter anderem aus dem Kult-Film "The Big Lebowski" mit Jeff Bridges in der Hauptrolle.

  • Rachid Taha - "Rock el Casbah"

    Eine ganze Menge Humor hat der Algerier Rachid Taha mit seiner Version des The Clash-Hits "Rock the Casbah" bewiesen. Joe Strummer kritisierte damals unter anderem das Verbot von westlicher Musik in manchen arabischen Ländern. Taha - selbst Araber - zelebrierte aber tanzbaren New Wave-Punk und rockte die Nummer souverän wie ihrer Zeit The Clash. Leider verstarb er vergangenes Jahr kurz vor seinem 60. Geburtstag an einem Herzinfarkt - eine tragische Ähnlichkeit zu Joe Strummer, der im Alter von 50 Jahren einem nicht entdeckten Herzfehler erlag.

  • Los Locos del Ritmo - "Hey Joe"

    Während in England und den USA Gruppen wie die Beatles gefeiert wurden, existierte in Süd- und Mittelamerika bereits eine ziemlich dreckige Garage Rock-Szene, die manche sogar als "echten" Ursprung des Punks bezeichnen. Dazu zählten auch Los Locos del Ritmo aus Mexiko, die sich an den Jimi Hendrix-Klassiker "Hey Joe" heranwagten und ihre Sache gut machten:

  • Seu Jorge - "Changes"

    Der Thin White Duke auf Portugiesisch. Kaum vorzustellen, doch so umgesetzt vom brasilianischen Künstler Seu Jorge, der hauptsächlich für Samba-Klänge bekannt war, doch hier den Bowie-Klassiker aus dem 1971er-Album Hunky Dory recht rockig performt.

  • Ednita Nazario - "Un Hombre Para Mi"

    In ihrem Heimatland Puerto Rico ist Ednita Nazario ein Superstar. Schon als Teenie feierte sie in den 1970er Jahren erste Erfolge und jene ließen auch im Erwachsenen-Alter nicht nach. Wir wundern uns nicht, wenn jemand Queens "Somebody To Love" auf spanisch dermaßen rocken kann.

  • Die Goldenen Zitronen - "Für Immer Punk"

    Auch in Deutschland hat man sich oft daran versucht, englische Hymnen in unsere Sprache zu übersetzen und ist oft kläglich gescheitert. Nicht so die Goldenen Zitronen, die den Text von Alphaville zwar leicht zu ihren Gunsten abgeändert haben, aber ihm definitiv eine rockigere Note verleihen, als sie das Original jemals besitzen könnte ;-)