Sigma

Der griechische Buchstabe Sigma (griechisches Neutrum Σίγμα, Majuskel Σ, Minuskel im Wort σ, Minuskel am Wortende ς) ist der 18. Buchstabe des griechischen Alphabets und hat nach dem milesischen System den Zahlwert 200. In der griechischen Sprache wird es als stimmloses „S“ gesprochen.

Herkunft und Ableitungen

Das phönizische Alphabet hatte vier Buchstaben für Zischlaute. Die Griechen übernahmen zwei davon für ihren S-Laut, die aber nie gleichzeitig in einem der unterschiedlichen altgriechischen Alphabete vorkamen. Der Buchstabe Samech wurde im ionischen Alphabet als X mit dem Lautwert ksi verwendet. Sein Name aber wurde in leicht abgewandelter Form auf den phönizischen Buchstaben „Sin“ übertragen, der nun im Griechischen Sigma hieß.

In hellenistischer Zeit wurde der Buchstabe in Handschriften zu einer heute als lunares Sigma (lunar: „mondsichelförmig“) bezeichneten Form vereinfacht (ursprünglich nur als Majuskel Ϲ für die Unziale, daraus die Minuskel ϲ), die sich in der Spätantike und im Byzantinischen Reich zur meistverwendeten Form entwickelte und im kirchlichen Kontext noch heute üblich ist (orthodoxe Kirchen). Von dieser Buchstabenform leiten sich sowohl das koptische Semma (Ⲥ/ⲥ) als auch das kyrillische Es (С/с) ab, während sich das lateinische S von der gewöhnlichen Majuskel über die Etruskische Form ableitet.

Quelle: Wikipedia.org