17.04.2019 | Crossover Backstage Talk: Hinter den Kulissen eines Radiosenders

Ein Radiosender leistet im Hintergrund enorme Arbeit. Welche Tätigkeiten finden denn für die Hörer unbemerkt hinter den Kulissen statt? Wir haben mal für euch nachgeschaut.

Ein Radio gehört heutzutage zum Alltag dazu. Egal, ob im Auto oder als Hintergrundbeschallung in Büros, Wartezimmern oder Restaurants – immer sind Musik und News dabei. Was die meisten von euch kennen, sind allerdings nur die Musik selbst und die Stimmen der Moderatoren. Aber ist das alles? Nein, denn so ein Radiosender leistet im Hintergrund enorme Arbeit. Welche Tätigkeiten finden denn für die Hörer unbemerkt hinter den Kulissen statt? Wir haben mal für euch nachgeschaut.

Sendeanstalt

Es gibt kleine und sogar private Radiosender, bekannter sind allerdings die Großen der Branche. Dabei handelt es sich um Medienunternehmen, die nicht einfach nur einen Radiosender betreiben.

Dementsprechend vielfältig sind auch die Aufgaben und die Anzahl der Mitarbeiter. Dazu kommen noch freie Mitarbeiter und Korrespondenten, die weltweit im Einsatz sind. Gerade für Reportagen und Recherchen vor Ort.

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Mitarbeiter

Um alles am Laufen zu halten, ist oft ein riesiger Verwaltungsapparat notwendig. Bei öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten untersteht der einem Intendanten, der mehreren Direktoren unterstellt ist. Es braucht einen Verwaltungsleiter, einen Programmdirektor beziehungsweise mehrere, die für die angebotenen Bereiche Sport, Film, Kultur, Information und Unterhaltung zuständig sind. Dazu natürlich einen oder mehrere Leiter für die Bereiche Technik und Produktion.

Unterschied zu anderen Betrieben

Daneben sind selbstverständlich auch gängige Bereiche zu besetzen, die es in jedem Unternehmen gibt, wie zum Beispiel die Buchhaltung.

Zusätzlich kommen aber Media-Bereiche hinzu, die in Betrieben und Firmen seltener benötigt werden. Denn ein Sender muss viel Öffentlichkeitsarbeit leisten und im Bereich Werbung und Eventmanagement aktiv sein. Es sollen schließlich stets neue Gäste eingeladen werden oder Veranstaltungen die Hörer anlocken. 

Dazu sind laufend für die stündlichen Nachrichten Recherchen im Hintergrund notwendig, damit die Hörer wissen, was aktuell in der Welt passiert. Außerdem kann Radiowerbung gebucht werden. Dadurch kommt Geld in die Kassen, es gehört aber sehr viel Organisation dazu, um Interessenten zu finden und einen Auftrag zu ergattern. Gerade Privatsender, die im Gegensatz zu den öffentlich-rechtlichen Anstalten nicht gebühren-, sondern rein werbefinanziert sind, sind auf Vermarktung angewiesen.

Handling und Verwaltung mit Branchensoftware

Ihr fragt euch sicher, wie ein Medienunternehmen die Vielzahl dieser Aufgaben vernetzt, die weit unübersichtlicher sind und viel schneller ablaufen und ineinander spielen müssen, als in einem gut planbaren Produktionsbetrieb?

Um in diesem extrem flexiblen Bereich alles am Laufen halten zu können, kommt die Medienbranche (genau wie Verlage übrigens) nicht drum herum, eine extrem flexible ERP-Software einzusetzen. Sie muss in der Lage sein, alle Bereiche praktisch sofort und von überall her zu unterstützen, damit die Mitarbeiter noch rechtzeitig vor Sendebeginn alle News und Infos haben oder damit bei einem Event auch wirklich alles klappt.

Gute Softwares können daher mit Modulen, die „normale“ Betriebe nicht verwenden müssen, besondere Dienste leisten. Sie müssen unbedingt wenigstens die folgenden Medienbereiche (TV, Radio, Verlagswesen) effizient abdecken: Anzeigenverwaltung, Werbung, Vertrieb, Vertragswesen mit Kunden, Agenten, Künstlern, Marketing, Akquise, Rechtsabteilung und natürlich die Buchhaltung. Darüber hinaus ist ein umfangreiches Archiv für die Berichte, Musik und anderen Daten notwendig.

Jobs in der Moderation und Redaktion

Wer sich gerne selbst hinter einem Mikro sehen würde – einem Job, den man abgesehen von dem oben erwähnten Hintergrund-Verwaltungsapparat wenigstens sieht oder hört – muss ein abgeschlossenes Studium vorweisen. Manche Sender beschäftigen reine „Sprecher“, doch große Sender legen Wert auf mehr Hintergrundwissen.

Radiomoderator ist ein Ausbildungsberuf, die meisten sind Journalisten, die anschließend ein Praktikum absolviert haben. Eine angenehme Stimme, Witz und Schlagfertigkeit kann man nicht lernen, die müsst ihr schon mitbringen.

Auch Musikredakteur ist äußerst beliebt. Hierzu ist keine spezielle Ausbildung notwendig, trotzdem werden ein Abi und ein Studium in einem verwandten Bereich (Journalismus) vorausgesetzt. Dass ihr euch gut auskennen und die Musikrichtungen voneinander abgrenzen können müsst, ist Ehrensache.

Daneben sind weitere beliebte Aufgaben die Öffentlichkeitsarbeit und das Eventmanagement. Dazu sind besonders hohe Anforderungen an die Flexibilität und Kreativität gestellt. Außerdem sollte man selbstständig arbeiten können und auch bereit sein, am Wochenende oder an Feiertagen einzuspringen.

Wer gerne recherchiert, für den gibt es auch eine Menge Redaktionsjobs, die sich nach einem Studium der Medientechnik eignen. Mit solchen Jobs kann man dazu beitragen, dass laufend die neusten Meldungen auf den Tischen der Redakteure und Sprecher liegen. Auch das Social-Media-Universum wächst und wächst, sodass auch die Betreuung dieses Bereiches an Bedeutung gewinnt.

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Die Abläufe

Die Abläufe hinter den Kulissen sind flexibel und von Sender zu Sender unterschiedlich. Neuigkeiten oder ausgefallene Stars und Interviews mit Künstlern können den kompletten Tagesplan durcheinanderwerfen. Dann muss schnell Plan B aus dem Hut gezaubert werden. Einen allgemeingültigen Ablauf gibt es daher nicht - aber das hat auch Vorteile: So wird es im Job auf keinen Fall langweilig.