30.04.2021 | Lifestyle Der Band-Bus: Kleiner Luxus auf dem Weg zum Erfolg

Rockmusik kann ganz schön sperrig sein – wenn ihr vom Schlagzeug bis zum Mikrofonkabel regelmäßig euer gesamtes Equipment zu Auftritten transportieren müsst. Ein eigener Band-Bus kann die Sache deutlich vereinfachen.

Foto: Stock.adobe.com © neonshot Aus dem Bus direkt ins Konzert. Das kostet zwar eine Stange Geld, liefert dafür aber vielen wirklich aktiven Bands eine Menge Vorteile, die noch kostbarer sind.

Das A-Team hat einen; bei den Ghostbusters tut es ein 1959er Cadillac Miller-Meteor Futura Duplex; das Scooby-Doo-Team hat seine Mystery Machine; bei den Good ole Boys aus dem ersten Blues-Brothers-Film war es ein Winnebago-Wohnmobil und praktisch jede große Rockband zwischen AC/DC und ZZ Top besitzt ebenfalls einen. Die Rede ist von einem Bus oder Van für die Band.

Bei den Bewohnern des Rock-Olymp ist ein solches Fahrzeug mehr ein rollendes Luxushotel, um selbst bei ausgedehnten Touren auf nichts verzichten zu müssen. Bei sehr vielen kleineren Bands jedoch ist der Bus eine praktische, pragmatische Notwendigkeit. Denn er ermöglicht es ihnen im Idealfall, alle menschlichen und technisch-instrumentalen Bandmitglieder zwischen Proberaum und Auftrittsort zu transportieren.

Warum auch eure Band über ein solches Fahrzeug nachdenken sollte und vor allem, auf welche Punkte ihr achten solltet, zeigen wir euch jetzt.

Gute Gründe für einen Band-Bus

Warum solltet ihr einen eigenen Band-Bus besitzen? Zunächst einmal kommt es auf die Art eurer Band an. Ihr macht A-Cappella-Musik? Dann benötigt ihr wohl eher keinen eigenen Bus. Doch schon, wenn eure Kombo mehr in die klassische Rock-Richtung zwischen der über weite Phasen dreiköpfigen Motörhead-Besetzung oder den noch typischeren vier bis fünf Mitgliedern tendiert, wird der Bus sinnvoll.

Foto: Stock.adobe.com ©Aliaksei Auch kleine Bands haben meist einiges Equipment. Alles in einem Fahrzeug zu transportieren, macht Gigs ungleich einfacher und Fehler unwahrscheinlicher.

Sowieso gilt das, wenn nicht jedes Mitglied über ein eigenes Fahrzeug verfügt. Es gilt aber auch dann, wenn ihr komplett automobil seid. Aus mehreren Gründen:

  • Alles in allem ist das Equipment einer typischen Band alles andere als kompakt. Das gilt besonders fürs Schlagzeug, aber auch für alle anderen Instrumente. Einmal abgesehen von Mini-Vans und Hochdachkombis müssen deshalb bei vielen normalen PKW immer Kompromisse eingegangen werden. Mit etwas Pech muss deshalb jedes Bandmitglied selbst am Lenkrad sitzen, weil einfach kein Platz für Mitfahrer ist.
  • Das ganze Equipment auf mehrere Fahrzeuge zu verteilen, ist oft ein logistisches Problem, das sich auf unnötig langes, kompliziertes und fehleranfälliges Ein- und Ausladen erstreckt.
  • Mehrere Fahrzeuge für denselben Weg bedeuten unnötig hohen Kraftstoffverbrauch, Umweltbelastung und Ausgaben – und jedes Bandmitglied muss natürlich einen PKW-Führerschein und ein Auto haben. Etwas, das schon seit Jahren bei jungen Menschen nicht mehr selbstverständlich ist.

Dann solltet ihr auch bedenken, dass nicht vor jeder möglichen Location die komfortable Situation besteht, dass eine Band mal eben vier, fünf oder mehr Parkplätze belegen kann. Gerade wenn ihr im urbanen Raum auftretet, kann das Ausladen deshalb der Warteschleife über einem Flughafen ähneln – und wenn ihr alles ausgeladen und aufgebaut habt, die Autos aber notgedrungen weiter weg parken musstet, seid ihr schon geschlaucht, bevor ihr auch nur die erste Note beim Soundcheck angestimmt habt.

Was der Band-Bus ist – und was er nicht ist

Foto: Stock.adobe.com © bignai Coolness ist drittrangig. Zuvorderst ist euer Band-Bus ein ganz pragmatisches Transportfahrzeug für euch und euer Equipment.

Wir fassen kurz zusammen: Ein Band-Bus macht es euch deutlich einfacher, euch und euer Equipment zu Gigs zu transportieren. Natürlich kommt es dennoch vor der Anschaffung im Höchstmaß darauf an, wie häufig derartige Fahrten überhaupt vorkommen.

Wenn ihr bestenfalls zwei-, dreimal pro Jahr auftretet, könnt ihr euch den Bus und alles, was damit einhergeht höchstwahrscheinlich sparen. Dann tun es eigene Autos oder andere Lösungen – etwa ein schneller Gang zum nächsten Autovermieter.

Irgendwann kommt jedoch der Schnittpunkt, an dem ein eigener Bus günstiger, einfacher und praktischer wird. Selbst unter dem Gesichtspunkt, dass er eurer Gruppe natürlich langfristige Kosten auferlegen wird. Wann das ist, könnt nur ihr entscheiden. Dazu hilft euch letztlich nur Mathematik und Bauchgefühl:

Wann wird ein eigener Bus im Schnitt günstiger und sorgt für
weniger Kopfschmerzen und Stress als alle anderen Lösungen?

Diese Antwort müsst ihr als Team finden.

Allerdings dürfte vielen nicht ganz klar sein, was dieser Bus überhaupt ist. Er ist vor allem ein ständig bereites, spezialisiertes Transportmittel. Das heißt:

  • Er muss genug Platz haben, damit euer gesamtes Equipment darin in einer Fahrt von A nach B transportiert werden kann. Das ist das mit Abstand Wichtigste.
  • Es gibt im Idealfall gleichzeitig auch genügend Sitzplätze, damit jedes Mitglied ebenfalls mitfahren kann – wenngleich dies weniger wichtig ist als die reine Materialtransportkapazität. Mitunter kann auch ein Bandmitglied den vollgeladenen Bus steuern, während der Rest mit einem(!) PKW folgt.
  • Es ist ein Fahrzeug, das euch als Band fest gehört und primär für diesen Zweck angeschafft wird, also nicht fallabhängig gemietet, ausgeborgt oder geleast wird. Nur auf diese Weise könnt ihr nötige Ein- und Umbauten vornehmen (denkt beispielsweise an Gitarrenhalter). Dazu darf und sollte es vielleicht ein Gebrauchtfahrzeug sein – denkt an das Geld.
  • Der Transporter hat eine höchstzulässige Gesamtmasse von maximal 3,5 Tonnen. Andernfalls dürft ihr ihn gar nicht mit dem normalen PKW-Führerschein steuern, sondern benötigt mindestens einen Schein der Klasse C1 (ausgenommen sind Bandmitglieder, die den Autoführerschein vor 1999 gemacht haben; diese dürfen Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen lenken).
  • Es ist ein Vehikel, bei dem Praxistauglichkeit und Zuverlässigkeit über allem anderen stehen. Wenn ihr den Zündschlüssel dreht, muss alles funktionieren und der Bus muss euch sicher und zuverlässig befördern.

Dabei sei jedoch unterstrichen, dass der Wagen definitiv kein Tour-Bus ist oder sein muss. Solange ihr nicht regelmäßig mehrwöchige Tourneen quer durch Deutschland und Europa absolviert, gibt es keinen Grund, warum ihr alle darin auch leben können solltet.

Auch ist der Bus (zumindest nicht primär) kein Statussymbol. Er muss kein verspoilerter, mit Teppich, Kühlschrank und Bett ausgestatteter 80s-US-Van im A-Team-Look sein.

Die praktischen Details rund um den Bus

Rund um ein solches Fahrzeug gibt es viele praktische Erwägungen, die ihr beachten solltet. Denn nur so gelingt es euch, ein auf eure Notwendigkeiten zugeschnittenes Maximum bei minimalem Kosteneinsatz zu bekommen.

So ermittelt ihr die Größe

Schon der berühmte Sprinter von Mercedes als archetypischer Van existiert in vier Längen- und mehreren Höhenvarianten. Rechnet man noch die Bestuhlung und sämtliche Ausstattungsmöglichkeiten hinzu, klingt das Versprechen der Stuttgarter von über 1000 Varianten ziemlich realistisch – bei vielen anderen Vans läuft es auch auf eine solche Artenvielfalt hinaus.

Foto: Stock.adobe.com ©vit Die Größe eures Busses sollte vor allem vom Volumen des zu transportierenden Equipments abhängen. Seid dabei aber bloß großzügig.

Doch wie groß sollte euer Bus sein? Dazu solltet ihr ganz pragmatisch vorgehen:

Stellt euer gesamtes Equipment zu einem mehr oder
weniger exakten Würfel zusammen. Von diesem messt
ihr anschließend (großzügig) die Kantenlängen.
Länge mal Breite mal Höhe ergibt ein Ladevolumen
in Kubikzentimetern oder -metern.

Dann addiert ihr gegebenenfalls noch eure Kopfzahl und sondiert den Markt. Zwar werdet ihr in der Praxis natürlich nicht alles in einem solchen Würfel transportieren, aber da das Ladevolumen aller Fahrzeuge auf diese Weise angegeben wird, bekommt ihr so eine Bemessungsgrundlage. Achtet darauf, dass das Ladevolumen zusätzlich zur Bestuhlung zur Verfügung steht, nicht entweder oder und lasst bei der Auswahl etwas Luft nach oben.

So regelt ihr Kauf und Besitzverhältnisse

Der Bus soll euch gemeinsam gehören. Jeder mit Führerschein sollte ihn fahren können und ein Ausscheiden eines Bandmitglieds darf nicht dazu führen, dass damit auch der Bus verschwindet. Um das zu gewährleisten, könnt ihr folgendermaßen vorgehen:

  • Wenn ihr einen Kredit benötigt, dann wählt die für diesen Einsatzzweck spezialisierte Variante, den Autokredit. Damit gehen einige gewichtige Vorteile einher – vor allem niedrigere Zinsen. Tretet überdies gemeinsam als Kreditnehmer auf, das ermöglicht es euch, noch bessere Konditionen und/oder mehr Geld zu bekommen.
  • Lasst von einem Anwalt einen Vertrag aufsetzen (das dauert nur kurze Zeit, ist also ziemlich günstig). Darin sollte namentlich stehen, a) dass euch das Fahrzeug gemeinsam gehört (es also mehrere Fahrzeugbesitzer hat), b) dass die Bezahlung zu gleichen Teilen erfolgt, c) wer welche Summen zu bezahlen hat (auch in Sachen Unterhalt) und d) was im Falle des Ausscheidens eines Bandmitglieds geschieht – letzteres je nachdem, ob der Bus noch abbezahlt wird oder das bereits erledigt ist.
  • Wählt einen aus eurer Runde, der als offizieller Fahrzeughalter in die Papiere eingetragen wird. Bedenkt dabei, dass derjenige haftbar ist. Zwar könntet ihr auch gemeinsam als Halter auftreten, das ist als Band jedoch unnötig kompliziert.

Wenn der Bus dann angeschafft wird, solltet ihr auch unbedingt dafür sorgen, dass jeder, der ihn theoretisch steuern könnte, auch bei der Versicherung als Fahrer eingetragen wird. Geschieht dies nicht, kann es bei Unfällen sehr problematisch werden.

So findet ihr den richtigen Bus

Ihr wisst an diesem Punkt, welches Ladevolumen und welche Sitzplatzanzahl euer Bandmobil haben muss. Ferner habt ihr wahrscheinlich durch Diskussionen und Kreditvergleiche ermittelt, was das Gefährt in der Anschaffung kosten darf. Dann geht es jetzt an die praktischen Details der Fahrzeugfindung.

Zunächst solltet ihr definieren, welche Karosserieform es sein muss. Prinzipiell dürfte hier alles außenvorbleiben, was zu typischen Mini-Vans, Hochdachkombis und ähnlichen PKW mit größerem Stauraum gehört. Diese sollten nur dann in eurem Fokus liegen, wenn der Bus wirklich nur das Equipment und einen Fahrer befördern können muss. Selbst dann sind die meisten Fahrzeuge dieser Klasse jedoch etwas klein.

Letztendlich sollte es deshalb auf die Gruppe „richtiger“ Vans hinauslaufen, vom Format des bereits erwähnten (vielleicht kleineren) Sprinter oder der ebenfalls von Mercedes stammenden V-Klasse, VW Multivan, Opel Vivaro, und dergleichen – allerdings in der rundum geschlossenen Variante, nicht als Pritschenwagen mit Einzel- oder Doppelkabine. Dazu haben wir folgende Tipps:

  • Nehmt bloß nicht das erstbeste Fahrzeug, sondern vergleicht mehrere Modelle. Ladet euch für die Vor-Ort-Besichtigungen und Probefahrten Checklisten herunter oder bringt noch besser jemanden mit, der sich wirklich mit Autos auskennt.
  • Sucht ergebnisoffen und lasst euch nicht durch gewerbliche Vorbesitzer irritieren. Bei denen wurden die Fahrzeuge typischerweise wegen ihrer Bedeutung für den Betrieb gut gewartet.
  • Ignoriert bisherige Einbauten. Um das Equipment zu transportieren, müsst ihr sowieso vieles davon ausbauen bzw. Platz für eigene Umbauten schaffen. Am besten wäre ein (bis auf etwaige Sitzplätze) innen nackter Van.
  • Keine Angst vor hohen Kilometerständen. Wenn das Fahrzeug ein über die gesamte Laufleistung ausgefülltes Checkheft vorweisen kann, ist das kein Problem.
  • Achtet bei Dieselmotoren unbedingt auf die Schadstoffklasse. Erstens, weil damit die Steuern einhergehen, zweitens, weil ihr sonst womöglich in bestimmte Umweltzonen nicht einfahren könnt.
  • Finger weg von allem, was noch Arbeit nötig hat. Euer Band-Bus sollte nach dem Kauf nur eine Inspektion und die nötigen Band-Einbauten bekommen müssen. Besteht deshalb auch unbedingt darauf, dass das Fahrzeug vor der Übergabe frischen TÜV bekommt.

Höchstwahrscheinlich werdet ihr bei eurer Suche auch über viele Fahrzeuge stolpern, die alle diese genannten Faktoren mit einem unwiderstehlich coolen Charme verbinden. Wir sprechen hier von alten Feuerwehrbussen, Krankenwagen und dergleichen.

Foto: Stock.adobe.com ©Grace Sehr alte Vans können natürlich einen riesigen Coolness-Faktor ins Feld führen. Aber bei ihrer Praxistauglichkeit gibt es oft gewisse Tücken und Lücken.

Manche werden vielleicht sogar ein sogenanntes H-Kennzeichen haben (das können sie bekommen, wenn sie älter als 30 Jahre und in einem originalgetreuen, halbwegs gepflegten Zustand sind). Dieses Kennzeichen wird euch durch eine Tatsache locken: Die Besteuerung wird ungeachtet aller anderen Parameter nur 192 Euro jährlich betragen. Das kann in der Praxis für eine dramatische Ersparnis sorgen; außerdem entbindet ein H-Kennzeichen von der Umweltplakettenpflicht.

Universell tauglich sind derartige alten Schätze jedoch nicht. Vor allem deshalb:

  • Oft unbotmäßig hoher Verbrauch;
  • Gänzlich unmoderne Fahreigenschaften (dass sich Transporter beinahe(!) wie PKW fahren lassen, kam erst in diesem Jahrtausend auf);
  • Eine mit dem Alter immer schwierigere (und teurere) Ersatzteilbeschaffung sowie steigendes Ausfallrisiko;
  • Deutlich schlechtere Sicherheitsmerkmale und Unfallcharakteristik.

Das soll nicht heißen, dass ihr zwingend ablehnen müsst, wenn ihr beispielsweise einen alten VW LT-31 einer Dorffeuerwehr oder einen Ex-Polizei Mercedes 408 erspäht, die mit bestem Zustand und niedrigen Laufleistungen locken. Ihr solltet nur unbedingt Für und Wider sorgsam abwägen.

So macht ihr den Van zum Band-Bus

Ihr habt es getan. Habt euch Geld geliehen, habt Verträge unterzeichnet, habt einen von euch mit Geld und Papieren auf die Zulassungsstelle geschickt. Jetzt steht er tatsächlich vor euch, euer Van. Wahrscheinlich in Weiß, Silber oder einer gänzlich anderen, aber neutralen Farbe gehalten. Theoretisch könntet ihr jetzt das Equipment einladen und zum nächsten Gig fahren. Praktisch solltet ihr jedoch jetzt noch etwas Zeit, Arbeit und einige Euros investieren, um aus dem Transporter einen Band-Bus zu machen.

Foto: Stock.adobe.com ©Kadmy Egal ob die TÜV-Plakette frisch ist: Vor allem anderen sollte euer Band-Bus eine allumfassende Inspektion in der Werkstatt bekommen.
  • Egal wie die Vorgeschichte des Fahrzeugs ist und auch ungeachtet der Tatsache, dass auf dem hinteren Kennzeichen eine frische TÜV-Plakette klebt: Bevor ihr irgendetwas anderes macht, sollte der Wagen in einer Werkstatt eine komplette Inspektion erhalten. Lasst zudem auch alles machen, worauf die Mechaniker euch sonst noch hinweisen. Dass der Bus technisch auf bestem Niveau dasteht, ist das mit Abstand Wichtigste überhaupt.
  • Tragt im Anschluss Werkzeug und Baumaterialien zusammen. Vor allem OSB-Platten und ähnliche stark belastbaren Faserholzwerkstoffe. Aus diesen zimmert ihr nun gemeinsam alles, was im Laderaum nötig ist, um eure gesamte Ausrüstung praktisch, griffbereit und vor allem sicher zu verstauen. Das bedeutet auch, dass ihr dafür sorgen solltet, dass nichts einfach nur lose aufgehängt oder hingestellt wird. Alles muss durch Riegel oder Gurte so gesichert sein, dass es sich bei Vollbremsungen oder Unfällen nicht verselbstständigen kann. Falls es keine stabile Abtrennung zwischen Transport- und Fahrgastraum gibt, solltet ihr deshalb auch darüber nachdenken, eine solche nachzurüsten – beispielsweise in Form eines durchgängigen Gepäcknetzes.
  • Sorgt dafür, dass euer Bus außen vorzeigbar aussieht. Das Mindestmaß sollte sein, dass er sauber ist – andernfalls kann es unprofessionell wirken, wenn ihr mit einem ziemlich mitgenommenen Bus bei einer Location vorfahrt. Allerdings solltet ihr euch auch die Frage stellen, ob ihr die riesigen Außenflächen nicht nutzen möchtet, um den Bus zu personalisieren und als Transportvehikel eurer Band kenntlich zu machen.
    Ihr habt jemanden, der mit Grafikprogrammen umgehen kann, habt vielleicht ein Band-Logo und/oder sogar einen speziellen Schriftzug? Dann solltet ihr dies von einem Fachbetrieb zu großflächigen Aufklebern gestalten und auch von diesem anbringen lassen. Überlegt aber auch vorher, ob ihr den Bus nicht noch farblich anpassen möchtet. Tatsächlich kann dies bereits gelingen, indem ihr mit Papier und Klebeband alle wichtigen Bauteile abdeckt und danach mit Graffiti-Sprühdosen zu Werke geht – es müssen ja nicht gleich 80er-Jahre-Airbrushs im Stil der verschiedenen Plattencover der Metal-Kultband Manowar sein.

Fertig ist euer Band-Bus jetzt zweifelsohne. Und er ist auch nach allen Regeln der Kunst „Ready To Rock“. Doch auch jetzt solltet ihr nicht bis zum nächsten Gig warten, bevor er seinen ersten Einsatz bekommt.

Denn selbst wenn es ein vergleichsweise neues Fahrzeug ist, so fährt sich ein Van angesichts seiner Abmessungen, der kurzen Nase und vor allem des hohen Gewichts deutlich anders als ein PKW.

Das bedeutet, ladet den Van zeitnah mit eurer gesamten Ausrüstung einsatzbereit voll und geht dann auf eine ausführliche Testfahrt. Das heißt, nicht nur ein paarmal um den Block, sondern wirklich über viele Kilometer Autobahnen und Landstraßen. Dabei sollte jeder, der den Bus auch im Einsatz bewegen wird, genug Zeit am Steuer bekommen. Denn erst mit genügend Fahrroutine seid ihr alle in der Lage, euren Band-Bus zu dem zu machen, was er sein soll: Rollender Ausrüstungstransporter, Rückzugsort, Botschafter eurer Musik und vielleicht auf diese Weise nicht nur ein sprichwörtliches „Vehikel auf dem Weg zum Erfolg“.