22.01.2021 | Lifestyle Der eigene Proberaum: So gestaltet ihr die beste Basis für eine Band

Mieten ist gut, Besitzen ist jedoch wesentlich besser. Dafür allerdings müssen einige Bedingungen erfüllt sein, nicht nur, was die Immobilie anbelangt.

Foto: Stock.adobe.com © Seventyfour Ein eigener Proberaum, dessen Vertrag euch niemand jemals kündigen kann: Klingt nicht nur genial, ist es auch – aber natürlich auch etwas aufwändiger zu realisieren.

Es gibt ja so manche Bands, die das große Glück haben, sich in einen Proberaum einmieten zu können, der bis auf den musiktechnisch-instrumentalen Part mit allem bestückt ist, was das Musikerherz begehrt. Das ist jedoch die Ausnahme. Zahllose Künstler suchen teils jahrelang nach einer Bleibe – wo schon normaler Mietwohnraum Mangelware ist, sieht es bei solchen Immobilien vielfach noch schlechter aus. Und selbst wenn: Es bleibt immer eine Mietsituation und damit ein Verhältnis, in dem es sich nicht so schalten und walten lässt, wie es notwendig und wünschenswert wäre.

Ihr wollt es für euch anders haben? Und zwar mit einem Proberaum der euch wirklich gehört und für euch die perfekte Basis schafft, um nicht nur an euren musikalischen Qualitäten sorglos 24/7/365 feilen zu können, sondern auch dem zwischenmenschlichen Part der Band Gutes zu tun? Dann aber solltet ihr einiges beachten.

1. Die Basics beim Thema Eigentum

Auf den ersten Blick mag ein Proberaum nur ein Raum sein, um darin Musik zu machen. Allerdings handelt es sich bei einem wirklich eigenen Proberaum in mancher Hinsicht um einen Sonderfall. Das heißt, es sollten in jedem Fall einige Rahmenbedingungen stimmen.

Foto: Stock.adobe.com © golubovy Ein Immobilienkaufvertrag bindet auch alle Bandmitglieder aneinander. Eure Truppe sollte deshalb felsenfest zusammenhalten.

Seid euch als Band felsenfest einig

Diese Rahmenbedingungen beginnen damit, dass ihr euch bandintern intensiv mit dem Thema befassen solltet. So, wie ein Paar, das sich ein Haus kauft, auf Jahrzehnte aneinander gebunden wird, verhält es sich auch mit euch, wenn ihr einen Proberaum kauft – weitestgehend zumindest.

Klar ist, dass jeder seinen finanziellen Beitrag leisten muss; mitunter mehr als bei einem Raum zur Miete. Das Aussteigen einzelner Mitglieder ist deshalb schon schwer, weil eine Ersatzperson gefunden werden muss, die ebenfalls zahlen kann und will. Kommt es sogar zum Bruch, wird die Sachlage noch komplizierter.

Das soll heißen: Kauft einen Proberaum nur, wenn ihr eine seit langem eingeschworene Band seid, bei der es im höchsten Maß unwahrscheinlich ist, dass einer aussteigt oder sich die ganze Kombo auflöst.

Checkt zuvor die Rechtslage

Es gibt viele Immobilien, die für ein solches Projekt infrage kämen. Allerdings ist die Immobilie selbst nur „die halbe Miete“. Der andere Teil ist ihre Umgebung. Hier solltet ihr ein paar Dinge im Vorfeld abchecken:

  • Prüft, um welche genaue Art von Baugebiet es sich gemäß der Baunutzungsverordnung handelt.
  • Prüft, ob eine so „lautstarke“ Nutzung in dieser Art Baugebiet überhaupt möglich ist.
  • Prüft zudem, ob die jeweilige Gemeinde zusätzliche Auflagen macht.

Der Grund: Je nach Gebiet gibt es unterschiedliche Nutzungsvorgaben und vor allem Lärmgrenzwerte. In einem Industriegebiet interessiert es wahrscheinlich niemanden, wenn ihr noch nachts um zwölf die Verstärker glühen lasst. In einem Wohngebiet hingegen rufen die Nachbarn mitunter bereits um eine Minute nach zehn das Ordnungsamt, wenn ihr nicht auf Zimmerlautstärke spielt. 

Foto: Stock.adobe.com © Frank  Proben im Wohngebiet? Naheliegende, aber keine optimale Lösung. Nirgendwo sonst sind die Lärmgrenzwerte so niedrig.

Schaltet einen Anwalt ein

In welcher Form ist das Besitzverhältnis möglich? Letztendlich gibt es drei Optionen:

  • Eine Person tritt offiziell als Besitzer auf. Dazu gibt es aber vertragliche Regularien, die allen anderen ein Nutzungsrecht einräumen.
  • Ihr bildet eine private Bauherrengemeinschaft als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).
  • Ihr erwerbt den Proberaum über den Weg des sogenannten Bruchteilseigentums. Jeder ist dann Teilbesitzer.

Nur: Jede Variante hat Stärken und Schwächen. Insbesondere, weil ihr als Band wahrscheinlich eher ein Freundes- denn Verwandtenkreis sein werdet, solltet ihr dringend bei Projektbeginn mit Immobilienrechtsanwalt sprechen. Er kann euch nicht nur die für eure Situation besten Lösungen aufzeigen, sondern natürlich auch den Papierkram erledigen.

Mit welchen Kosten ihr rechnen müsst – und wie ihr sie aufbringt

Wir kommen zum notwendigen Übel dieses Erwerbs: dem Geld. Wie teuer es wird, hängt von diversen Faktoren ab:

  • Der Art der Immobilie – für eine alte Stallung zahlt ihr natürlich weniger als für den Keller einer frischgebauten Gewerbeimmobilie.
  • Die Lage. Bei allen Immobilien ist die Großstadt teurer als der ländliche Raum.
  • Das allgemeine örtliche Preisniveau.
  • Der Zustand der Immobilie.

Insgesamt liegt die Obergrenze bei dem, was ihr vor Ort pro Quadratmeter für Wohneigentum berappen müsstet – oft ist es aber weniger. Außerdem benötigt ihr ja ihr keine hundert und mehr Quadratmeter. Es kann also durchaus sein, dass rund 25.000 Euro für den reinen Proberaum genügen.

Dabei sollte für euch eine Regel gelten: Ihr werdet höchstwahrscheinlich einen Kredit benötigen. Sucht euch deshalb zuvor unbedingt alle wichtigen Informationen zur Vorgehensweise und möglichen Optionen zusammen. Tretet ihr beispielsweise alle als Kreditnehmer auf, verteilt dies das Risiko und macht die Zinsen günstiger. Bringt zudem so viel Eigenkapital wie möglich ein. Umso weniger müsst ihr leihen, umso schneller ist alles abbezahlt.

Ganz wichtig: Lasst euren Anwalt unbedingt vertraglich festhalten, wer welche Summen eingebracht hat und wie es mit der Auszahlung aussieht, falls jemand die Band verlassen möchte.

2. Proberaum, Probekeller, Probe…Scheune? Welche Immobilien geeignet sind

Foto: Stock.adobe.com © aquarius83men Alte Scheunen mögen zwar rustikal-coole Auftrittsorte sein, als Proberäume sind sie jedoch meistens gänzlich ungeeignet.

Zugegeben, die Informationen aus dem vorherigen Kapitel wirken vielleicht auf manchen ernüchternd. Leider gibt es zu der Vorgehensweise jedoch keine Alternative, wenn ihr euren Proberaum besitzen möchtet – es sei denn, einer von euch ist Hausbesitzer, hat selbst eine geeignete Garage, einen Keller oder Ähnliches.

Aber: Zu diesen handfesten immobilen Details kommen wir jetzt. Das richtige „Objekt“.

Nicht nur Geld zählt, sondern vor allem die Distanz

Ganz günstig wird es keinesfalls. Allerdings solltet ihr bei aller verständlicher Sparsamkeit nicht zu sehr aufs Geld schauen. Neben den angesprochenen Regularien des Baugebietes sollte für euch eine ganz praktische Tatsache hohen Stellenwert genießen.

Ein Proberaum soll möglichst niedrigschwellig nach Lust und Laune genutzt werden können. Die dafür wichtigste Voraussetzung ist, dass er so zentral liegt, dass jedes Bandmitglied ihn auf kurzen, unkomplizierten Wegen erreichen kann.

Die schönste alte Tankstelle im Nirgendwo ohne Nachbarn nützt gar nichts, wenn selbst das am nächsten wohnende Mitglied dafür eine Stunde fahren muss. Prüft also jedes Angebot hinsichtlich seiner verkehrstechnischen Anbindung und Distanz.

Gute Immobilien

Was macht eine gute Immobilie für einen Proberaum aus? Es sind eher wichtige Details als verschiedene Arten von Gebäuden. Achtet deshalb auf folgende Elemente:

  • Es gibt im Idealfall keine Nachbarn in unmittelbarer Nähe (Beispiel Gewerbegebiet). Wenn das nicht möglich ist, sollten diese Anwohner mindestens so weit entfernt leben wie in einem typischen, aufgelockerten Baugebiet.
  • Euer Proberaum kann rund um die Uhr betreten werden. Er gehört also etwa nicht zu einem Firmengelände, das ihr nur während der Geschäftszeiten aufsuchen könnt.
  • Das Gebäude ist gemäß seines Alters in einem ausreichend guten technischen Allgemeinzustand. Es ist trocken, hat keine Baumängel.
  • Der Raum kann anständig und vor allem dauerhaft beheizt werden. Also nicht nur während eurer Anwesenheit. Sonst müsst ihr nicht nur jede Probe im Winterhalbjahr mit „Einheizen“ beginnen, sondern auch alles im Proberaum leidet unter Kälte und Luftfeuchtigkeit.
  • Der Proberaum steht nur euch zur Verfügung und kann abgeschlossen und von euch betreten werden, ohne dass noch jemand anderes euch Zugang zum Gelände bzw. Gebäude beschaffen muss.

Diese Details finden sich bei zahllosen Immobilien. Das kann der Keller eines Bürohauses sein, aufgegebene Gewerberäume, alte Handwerksbetriebe oder auch landwirtschaftliche (An-)Bauten.

Foto: Stock.adobe.com © Jaume Fokussiert euch nicht zu sehr auf die Coolness einer Location. Auch ohne tiefgreifende Kernsanierung sollte sie benutzbar sein.

Ungeeignete Immobilien

Allerdings gibt es auch jenseits des Gegenteils der aufgezählten Faktoren noch Dinge, die eine Immobilie schlecht für euer Projekt geeignet erscheinen lassen. Das sind vor allem folgende Positionen:

  • Der Raum ist bei weitem zu groß (oder klein) für eurer Projekt. Eine alte Fabrikhalle mag eine tolle Atmosphäre bieten, aber spätestens, wenn ihr sie mal einen ganzen Winter beheizen musstet und auf die Rechnung schaut, zeigen sich die Nachteile. Auch der Klang in solchen Räumen ist mitunter nicht ideal.
  • Es handelt sich um ein „unbewohnbares“ Gebäude (wobei sich bewohnbar natürlich breit auslegen lässt). Wenn beispielsweise in einer Scheune die Wandbretter solche Spalte haben, dass der Wind durchpfeift, probt es sich hier nur im Sommer angenehm – und niemals ist eure Ausrüstung sicher untergebracht.
  • Die Immobilie ist nach jeder Definition „sehr“ abgelegen. In dem Fall müsst ihr einfach befürchten, dass es ein erhöhtes Risiko gibt, dass sich dort Vandalen oder Diebe zu schaffen machen – sie müssen ja nicht befürchten, zufällig ertappt zu werden.

Last but not least: Es sollte anständige Zufahrtswege geben. Wenn alle Wege zu eurem Proberaum nur per Allradfahrzeug befahrbar sind, ist die Immobilie eher ungeeignet – sofern nicht jedes Bandmitglied ein solches Auto besitzt.

Welche Basisausstattung grundsätzlich vorhanden sein sollte

Lässt sich beheizen, man könnte theoretisch darin wohnen und selbst wenn ihr Gelsenkirchens Thrash-Legende Sodom auf voller Lautstärke covert, stört sich kein Nachbar daran – all dies sind gute Voraussetzungen. Doch wirklich tauglich wird eine Immobilie nur, wenn sie noch einige technische Voraussetzungen mitbringt:

  • Es gibt eine betriebsbereite Heizungsanlage. Ihr müsst also nicht nur auf Heizlüfter und ähnliche Kompromisse setzen.
  • Es gibt Strom. Zudem eine zumindest irgendeiner Norm entsprechende Elektroinstallation – die muss nicht den aktuellsten Vorgaben entsprechen, sollte aber wenigstens nicht auf rustikale Weise von Laien verkabelt worden sein. Lasst sowas im Zweifelsfall vom Elektriker überprüfen, bevor womöglich eure PA Schaden nimmt.
  • Es ist zumindest fließendes kaltes Wasser vorhanden. Ihr wollt hier zwar nicht unbedingt duschen, aber zumindest die Hände waschen können und eine Wasserquelle haben, um durchzuwischen.
  • Es gibt eine Toilette.

Das alles muss nicht unbedingt fix und fertig benutzbar vorhanden sein. Wenn beispielsweise ein Wasseranschluss vorhanden ist, dann reicht das fürs Erste. Sowieso werdet ihr nicht umhinkommen, euren Raum weiter zu verfeinern und zu personalisieren.

3. Von leeren Räumen zum Proberaum: Wie ihr den Wandel gestalten könnt

Foto: Stock.adobe.com © peuceta Fokussiert euch nicht zu sehr auf die Coolness einer Location. Auch ohne tiefgreifende Kernsanierung sollte sie benutzbar sein.

Ihr könntet Glück haben und auf der Immobiliensuche auf einen fix und fertig eingerichteten Proberaum stoßen, den jemand verkaufen will. Das gibt es durchaus, aber es ist ein sehr seltener Glückstreffer. Wahrscheinlicher ist, dass ihr noch mehr tun müsst.

Licht, Wasser, Wärme: das Trio, ohne das nichts läuft

Euer Raum hat überall Steckdosen, Heizkörper und vielleicht sogar ein vollfunktionsfähiges Bad? Ihr müsst also nur noch Verträge mit den Versorgern abschließen? Dann könnt ihr diesen Punkt überspringen. Falls nicht, achtet auf folgendes:

  • Lasst die Heizung von einem Installateur überprüfen und euch gegebenenfalls erklären, wie sie bedient werden muss.
  • Checkt kritisch, ob die Auslegung der Elektroinstallation, speziell beim Thema Licht und Steckdosen, euren Ansprüchen genügt. Lasst im Zweifelsfall mehr installieren bzw. versetzen, bevor ihr euch mit stolpergefährlichen Verlängerungskabeln und dergleichen abmüht. Unter Umständen macht sogar ein Starkstromanschluss Sinn.
  • Lasst den Installateur über die Wasserleitungen schauen, ob diese a) nicht aus Blei bestehen und b) frostsicher verlegt wurden. Andernfalls müsst ihr beim Verlassen des Proberaumes im Winter immer daran denken, den Haupthahn abzudrehen und die Leitung zu leeren.

Im Prinzip wollt ihr eine technische Installation, die jederzeit „ready to rock“ ist, der es aber auch nichts ausmacht, mehrere Tage oder auch Wochen gar nicht benutzt zu werden. Lasst euch hier auch auf keine Kompromisse ein.

Geräuschdämmung – dann klappts nicht nur mit den Nachbarn

Euer Proberaum liegt fernab von Anwohnern, das Thema Schalldämmung kann also übergangen werden? Tatsächlich nicht, denn obwohl Schall natürlich andere Leute stören kann, ist er auch bei völliger Abwesenheit solcher Personen ein Faktor.

Hallt euer Proberaum aufgrund von Betonwänden oder entwickelt auf andere Art eine unschöne Eigenresonanz, wird das Proben darin nicht gerade zum Vergnügen. Bedenkt, ihr habt ja gerade deshalb gekauft, nicht nur gemietet, weil ihr euch euren perfekten Proberaum erschaffen wollt. Arbeitet euch deshalb zunächst in die Grundlagen der Raumakustik ein. Anschließend sorgt ihr, am besten als gemeinschaftliches Selbermacherprojekt, dafür, dass in eurem Proberaum die entstehenden Schallwellen gezielt geschluckt und reflektiert werden – mittels Dämmmatten, Doppelböden und ähnlichen Einbauten.

Foto: Stock.adobe.com © Dmytro Panchenko Eine passende Schalldämmung sorgt für einen guten Klang im Proberaums und kann eurem Sound guttun.

Safety first gegen Einbrecher und Vandalen

Eine ganz einfache Fender Stratocaster aus der Einsteigerserie „Player“ kostet bereits rund 600 Euro. Ein anständiges Mikrofon für Sänger kostet auch ganz leicht 200 Euro und mehr. Und was für ein Schlagzeug insgesamt investiert werden kann, wisst ihr ebenfalls wahrscheinlich ungefähr.

Tatsache ist, wenn ihr eine normalgroße, Band seid, wird sich in eurem Proberaum allein musikalisches Equipment im Bereich mehrerer tausend Euro befinden; die weitere Einrichtung kommt noch hinzu.

Zudem wollt ihr nach jeder Benutzung höchstwahrscheinlich maximal die tragbaren Instrumente wieder mitnehmen und den Rest des Equipments im Proberaum lagern – das heißt, die meisten Werte bleiben dauerhaft dort.

Deshalb solltet ihr ein hohes Schutzniveau anstreben, sofern nicht aufgrund anderer Faktoren (großer Bürokomplex, Wachleute usw.) sichergestellt ist, dass sich keine Unbefugten an eurer Immobilie und dem Inhalt zu schaffen machen können:

  • Basis ist eine anständig verschließbare Tür. Spart bitte nicht beim Schließzylinder, denn Dietrich-Sets gibt’s bei Amazon und auf YouTube eine Menge Videos, die die Benutzung erklären.
  • Wenn das ganze Gebäude euch gehört, solltet ihr „Nägel mit Köpfen“ machen: Lasst von einem Stahlbaubetrieb Gitter vor sämtlichen Fenstern installieren. Mitunter auch noch eine zusätzliche Gittertür vor der Zugangstür.
  • Öffentliche Bereiche dürft ihr nicht mit Kameras überwachen. Es spricht aber nichts dagegen, den Proberaum innen auf diese Weise abzusichern, dazu das unmittelbare Privatumfeld. Vielleicht ja als smartes System, das sofort auf eure Handys meldet, wenn jemand den Proberaum betritt.
  • Solltet ihr am Gebäude selbst nichts ändern können, weil euch nur der Raum gehört, sichert alle Zugänge zumindest von innen ab. Wenn es keine Gitter sein sollen, helfen zusätzliche Sperrriegel für die Fenster und darauf angebrachte schlagzähe Folien.

Zudem solltet ihr den Proberaum und sein gesamtes musikalisches wie nichtmusikalisches Inventar versichern lassen. Sprecht dazu mit einem (unabhängigen) Versicherungsberater eures Vertrauens für passende Produkte – denkt dabei aber nicht nur an Diebstahl und Vandalismus, sondern auch andere Gefahren, etwa Feuer.

Beginnt bei eurer Musik…

Ab diesem Punkt ist der Raum nutzbar. Doch wie solltet ihr bei der Einrichtung vorgehen? Beginnt auf jeden Fall mit dem Musikalischen. Das ist schließlich der Kern der ganzen Sache. Das heißt, legt die Positionen der Instrumente fest, baut das Mischpult auf, verlegt die Kabel – am besten so, dass sie sich nicht überall auf dem Boden winden. Sorgt zudem dafür, dass alle portablen Instrumente während der Pausen irgendwo sicher aufgestellt oder aufgehängt werden können. Erst, wenn der Proberaum grundsätzlich „steht“, solltet ihr zur Kür übergehen.

…aber vergesst die Gemütlichkeit nicht

Und diese Kür lautet natürlich Lebensqualität. Ein guter Proberaum hat auf jeden Fall eine gemütliche Sitzecke und einen Kühlschrank, selbst wenn er nicht zwangsläufig nur das rockigste Lieblingsgetränk enthält.

Auch wichtig: Eine Kaffeemaschine, dazu oder alternativ auch ein Wasserkocher. Wenn es abends mal wieder länger wird, wollt ihr euch vielleicht mit einem starken Kaffee oder Tee kräftigen. Das ist getan? Dann vergesst die Deko nicht. Euer Reich soll, nein, darf ja jetzt so personalisiert wie möglich sein – es gehört ja euch allein, für immer.

Fazit

Besitzen statt Mieten – das ist nicht nur beim Wohnen beliebt, es hat auch beim Proberaum seine Daseinsberechtigung. Allein schon deshalb, weil ihr nie Sorgen haben müsst, dass ein Mietvertrag gekündigt wird. Allerdings solltet ihr euch auch keinen Illusionen hingeben: Ihr müsst Geld in die Hand nehmen und gerade als Band ein sicheres Standing haben, sonst bleibt womöglich nach der Trennung einer auf den Kosten sitzen. Doch es lohnt sich. Denn ein eigenes Reich, das ihr vollkommen nach eurem Gusto gestalten könnt, ist ein wahrer Booster für eure Musik – auch dann, wenn ihr keine Profi-Ambitionen hegt.