03.03.2020 | Facts Corona-Virus: Der Fakten-Check - hier sind die wichtigsten Antworten

Täglich infizieren sich immer mehr Menschen mit dem Corona-Virus und die Nachrichtenmeldungen überschlagen sich. Wir klären mit euch die wichtigsten Fragen und Antworten und räumen mit Falschmeldungen und Spekulationen auf.

Ein Virus hält die Welt auf Trab:  Corona ist das bestimmende Thema in der Rock-Republik und in der Welt - in Zeiten der Angst und Hysterie behalten wir für euch den Überblick. 

Hier haben wir für euch die wichtigsten Fragen und Antworten zum Corona-Virus zusammengefasst. Wer ist gefährdet? Wie erkenne ich die Symptome? Und wie kann ich mich schützen?

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In den ROCK ANTENNE Nachrichten und im Programm halten wir euch selbstverständlich immer auf dem Laufenden über alle aktuellen Entwicklungen und Änderungen! 

Allgemeine Fragen & Antworten
  • Sind Hamstereinkäufe sinnvoll? Gehen irgendwann die Vorräte aus?

    Aus Sicht der Regierungsbehörden gibt es aktuell keinen Anlass zu Hamsterkäufen. Alle Geschäfte zur Grundversorgung, dazu zählen Lebensmittel- und Getränkemärkte sowie Apotheken, bleiben geöffnet und in manchen Bundesländern werden die Öffnungszeiten sogar verlängert. Eine Lebensmittelknappheit müssen wir nicht befürchten, da der Warenverkehr nicht eingeschränkt ist.

  • Im Internet kursiert das Gerücht, die Einnahme von Ibuprofen würde das Risiko einer Corona-Erkrankung erhöhen. Stimmt das?

    Dieses Gerücht wurde mittlerweile von der Universität Wien entkräftet. Derzeit gibt es in der Forschung keine Anhaltspunkte, dass die Einnahme von Ibuprofen negativen Einfluss auf den Krankheitsverlauf einer Infektion hat. Einige Experten raten trotzdem zu einem vorsichtigen Einsatz von Ibuprofen. Dieses hemmt die Blutgerinnung und dadurch steigt das Risiko von inneren Blutungen. Einen Zusammenhang mit Corona gibt es aktuell aber nicht. Langzeitpatienten sollen die Behandlung mit Ibuprofen auch nicht einfach beenden und sich bei möglichen Symptomen an den Arzt wenden. 

  • Können sich Hunde oder Katzen mit dem Corona-Virus anstecken und diesen weiterverbreiten?

    Nein, dafür gibt es aktuell keine Anhaltspunkte. Hunde und Katzen sind nicht vom Corona-Virus betroffen. Trotzdem solltet ihr nach dem Kontakt mit euren Haustieren gründlich Hände waschen, um Bakterien (z.B. Salmonellen) nicht zu übertragen.

  • Wer kümmert sich um meinen Hund, wenn ich in häusliche Quarantäne muss?

    Ihr solltet euren Hunden auf jeden Fall in dieser Zeit nicht angewöhnen, ihr Geschäft solange in einem Katzenklo, zu verrichten. Hunde lernen schon als Welpen, dass sie dieses draußen verrichten sollen. Wenn ihr eure Vierbeiner jetzt umgewöhnt, werden diese auch nach der Quarantäne ihr Geschäft lieber im Haus verrichten. Wer einen Garten hat, darf seinen Hund trotz häuslicher Quarantäne rauslassen. Ansonsten fragt ihr bei Freunden, Familien oder Verwandten nach, ob diese mit eurem Hund Gassi gehen können. Vermeidet in diesem Fall aber den Kontakt mit der anderen Person, die für euch einspringt und gebt den Hund vor eurer Tür ab. Danach sollten beide Personen gründlich die Hände waschen. Hundepensionen solltet ihr nur im Notfall vorziehen, da diese meist unnötigen Stress für eure Vierbeiner bedeuten.

  • Muss ich bei einer Ansteckung wirklich daheim bleiben?

    Ja, wenn die örtlichen Gesundheitsbehörden eine Quarantäne anordnen, müsst ihr zwingend daheim bleiben und dürft nur auf Anweisung der Behörden das Haus oder die Wohnung verlassen. Wer sich nicht daran hält, kassiert empfindliche Geldstrafen oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

  • Warum finden keine generellen Corona-Tests statt?

    Aktuell werden nur begründete Verdachtsfälle auf das Corona-Virus überprüft. Ein begründeter Verdachtsfall liegt vor, wenn man die typischen Symptome (trockener Husten, Fieber, Atemnot) aufweist, Kontakt zu einem Infizierten hatte oder die letzten Wochen in einem Risikogebiet war. Wenn sich jetzt jeder einfach auf das Corona-Virus testen lassen würde, wäre unser medizinisches Personal und die Labore schlichtweg überfordert.

Welche Personengruppen sind besonders gefährdet?

  • Was ist das Gefährliche am Corona-Virus?

    Gerade bei Personen, die Vorerkrankungen haben, kann das Virus diese so stark verschlimmern, dass die Patienten zum Beispiel mit Lungenentzündung auf der Intensivstation beatmet werden müssen oder daran versterben können oder das Organversagen dann einsetzt.

  • Wer ist am meisten gefährdet?

    Statistiken zeigen, dass derzeit etwa 2/3 der Erkrankten Männer sind. Insbesondere Männer mit Vorerkrankungen, zum Beispiel des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege oder des Immunsystems sind besonders gefährdet sowie Raucher. Auch das Alter ist entscheidet. Umso älter man ist, umso gefährdeter ist man für einen schwerwiegenden Verlauf.

  • Wie gefährlich ist das Corona-Virus für Kinder?

    Das Thema Corona-Virus beschäftigt auch viele Eltern - für sie stellt sich die Frage, wie gefährdet ihre Kinder durch das Virus sind. Tatsächlich sind Kinder nach aktuellem Stand von der Erkrankung nicht so stark betroffen. Im Gegensatz zu anderen Infektionserkrankungen scheint diese Erkrankung im Kindesalter milde abzulaufen. Kinder spielen nach bisherigem Erkenntnisstand also eher eine Rolle bei der Übertragung.

  • Sind Schwangere besonders gefährdet?

    Schwangere scheinen der WHO und deren Daten aus China kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu haben. Es gibt bislang keine Hinweise darauf, dass COVID-19 auf das Kind im Mutterleib übertragbar ist. Bislang gibt es auch keinen Nachweis über das Corona-Virus in Muttermilch.

Wie schütze ich mich effektiv vor dem Corona-Virus?

  • Wie wird das Corona-Virus übertragen?

    Das Corona-Virus wird von Mensch zu Mensch übertragen. Der Hauptübertragungsweg scheint die Tröpfcheninfektion zu sein. Diese Übertragung kann direkt von Mensch zu Mensch erfolgen, wenn Virus-haltige Tröpfchen an die Schleimhäute der Atemwege gelangen. Auch eine Übertragung durch Schmierinfektion über die Hände, die mit der Mund- oder Nasenschleimhaut sowie mit der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden, ist prinzipiell nicht ausgeschlossen, spielt aber vermutlich nur eine untergeordnete Rolle.

  • Warum verbreitet sich das Virus so schnell?

    Das Problem ist, dass viele Erkrankte bereits vor Ausbrechen der Symptome schon ansteckend sind und das Virus somit unbewusst weitergeben.

  • Wie kann ich mich sonst vor einer Ansteckung schützen?

    Zum Schutz vor diesem wie auch anderen Viren empfehlen Experten gewöhnliche Hygienemaßnahmen: regelmäßiges Händewaschen, Desinfektionsmittel und Abstand zu Erkrankten. Für Personen mit einer akuten Atemwegserkrankung kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sinnvoll sein, um zu verhindern, dass der Erkrankte das Virus weitergibt. Es gibt jedoch keine hinreichenden Beweise dafür, dass das Tragen eines Mundschutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person verringert. Helfen kann es, Umarmungen und Händeschütteln einzuschränken und von vielen Menschen berührte Oberflächen wie Türklinken, Haltegriffe und Aufzugknöpfe nicht anzufassen.

  • Schützt mich eine Grippeschutzimpfung vor dem Corona-Virus?

    Leider nicht. Kommen im schlimmsten Fall eine Grippe und eine Coronaviruserkrankung zusammen, sei eine vorherige Impfung sinnvoll, vor allem bei besonders gefährdeten Menschen wie älteren Mitbürgern oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

  • Auf WhatsApp und Facebook gibt es Meldungen mit angeblichen Medikamenten gegen Corona, was ist da dran?

    Zum jetztigen Stand gibt es noch kein Medikament oder keine Impfung gegen das Corona-Virus. Auch Hausmittel, wie das Einreiben mit Sesamöl oder eine Kombination von Alkohol und Knoblauch helfen nicht gegen eine Infektion mit dem Corona-Virus. Bisherige Impfungen zum Beispiel gegen eine Grippe oder Lungenentzündung helfen im Bezug auf das neue Corona-Virus auch nicht.

  • Das US-Biotechunternehmen Moderna hatte am Montag berichtet, einen Impfstoff-Kandidaten entwickelt und an das US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) geliefert zu haben. Dessen Direktor Anthony Fauci kündigte laut CNN erste klinische Studien für Ende April an. Auch er rechnete demnach damit, dass es ein bis anderthalb Jahre dauere, bevor ein Impfstoff verfügbar ist.

  • Kann eine UV-Desinfektionslampe das Virus abtöten?

    Nein! Im Internet werden gerade zahlreiche UV-Desinfektionslampen angeboten, die versprechen das Corona-Virus abzutöten. Diese UV-Lampen haben aber keinen Effekt im Bezug auf das Corona-Virus. Die Weltgesundheitsorganisation warnt sogar vor diesen Lampen. Bei Hautkontakt kann es zu Verbrennungen und Verletzungen kommen.

Symptome: Wie äußert sich eine Corona-Infektion und wie verhalte ich mich?

  • Wie unterscheiden sich Corona und Grippe?

    Die Symptome von Corona und Grippe sind ähnlich: Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen. Und genau diese unspezifischen Symptome sind das Tückische. Ob es sich um das Corona-Virus oder eine klassische Grippe handelt, ist nicht einfach zu unterscheiden. Wichtig ist deshalb, dass Betroffene und Verdachtsfälle prüfen, zu welchen Personen sie Kontakt hatten und ob diese zum Beispiel in einer Region waren, wo sich das Corona-Virus schon stark verbreitet hat.

  • Wie verläuft eine Erkrankungen durch das Corona-Virus?

    Viele Menschen, die sich mit Sars-CoV-2 angesteckt haben, haben nur leichte Erkältungssymptome wie Frösteln und Halsschmerzen - oder gar keine. Hinzukommen können Fieber, Husten und Atemprobleme, wie sie auch bei einer Grippe auftreten. Auch Kopfschmerzen oder Durchfall sind möglich. Die Inkubationszeit - der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen - beträgt nach derzeitigem Stand meist 2 bis 14 Tage.

  • Wann führt das Virus zu Komplikationen?

    Wenn die Infektion tief in die Atemwege eindringt, können Patienten eine Lungenentzündung bekommen. Das ist prinzipiell zwar auch bei Grippe-Patienten möglich. Doch wenn Betroffene Kontakt zu Menschen aus Corona-Risikogebieten hatten, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine Corona-Infektion handelt.

  • Was sollte ich tun, wenn ich Symptome zeige?

    Um eine Ausbreitung des Coronavirus von Italien nach Bayern möglichst gering zu halten, will die Staatsregierung vor allem Reisende so gut wie möglich aufklären. Wer grippeähnliche Symptome und beispielsweise Atemnot habe, solle zunächst seinen Hausarzt anrufen und abklären, ob es sich um eine Infektion mit der neuartigen Lungenkrankheit handeln könne, rät Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU).

  • Was mache ich, wenn ich den Verdacht habe, erkrankt zu sein?

    Erstmal Ruhe bewahren und Kontakt mit anderen Menschen umgehend einstellen – also von der Arbeit nach Hause gehen, nicht noch schnell einkaufen oder ähnliches und einen Arzt anrufen. Dieser wird mit dem Patienten zusammen die Infektions-Wahrscheinlichkeit besprechen und das Risiko entsprechend einordnen. In Fällen, bei denen eine Infektion mit dem neuen Coronavirus vermutet wird, wird der Arzt den Patienten isolieren, entweder zuhause oder im Krankenhaus. Hierfür findet ein vorhergehender Hausbesuch des Arztes statt. Wer Kontakt zu einem nachweislich Infizierten hatte, sollte außerdem das zuständige Gesundheitsamt anrufen.

  • Muss ich mich beim Gesundheitsamt melden, wenn ich Kontakt zu einem Infizierten hatte?

    Ja, in einem begründeten Verdacht besteht die Meldepflicht.

Infos & Hotlines

Weitere (Fach)Informationen zum Coronavirus findet ihr auf den Internetseiten des Robert Koch Instituts (RKI) sowie des Bundesministeriums für Gesundheit

Aktuelle Einschätzungen zur Sicherheit von Reisenden in betroffenen Regionen gibt das Auswärtige Amt

Im Krankheits-/Verdachtsfall ist der erste Ansprechpartner immer der Hausarzt / Kinderarzt - diese am besten telefonisch kontaktieren. Alternativ könnt ihr über die Telefonnummer 116117 den ärztlichen Bereitschaftsdienst kontaktieren. 

Sollten weitere Fragen übrig bleiben, gibt es verschiedene Hotlines für Bürger, die bundesweit zum Thema Coronavirus informieren: 

  • Unabhängige Patientenberatung Deutschland - 0800 011 77 22
  • Bundesministerium für Gesundheit (Bürgertelefon) - 030 346 465 100
  • Allgemeine Erstinformation und Kontaktvermittlung - Behördennummer 115

Zusätzlich gibt es in vielen Bundesländern und Städten eigens eingerichtete Info- und Service-Hotlines. 

  • Bayern: Hotline des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit - 09131 6808-5101
  • Baden-Württemberg: Hotline des Regierungspräsidiums Stuttgart (täglich 9-18 Uhr) - 0711 904-39555
  • Berlin: Hotline der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung (täglich 8-20 Uhr) - 030 9028-2828 
  • Brandenburg: Bürgertelefon beim Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (Mo-Fr 9-15 Uhr) - 0331 8683 777
  • Bremen: Infohotline 0421 115
  • Hamburg: Städtische Hotline - 040 428 284 000 
  • Hessen: Hotline des hessischen Sozialministerums (täglich 8-20 Uhr) - 0800 5554666 
  • Mecklenburg-Vorpommern: Bürgertelefon des Land MV (Mo-Do 9-12 Uhr & 13-15 Uhr, Fr 9-12 Uhr) - 0385-588 5888
  • Niedersachsen: Informationshotline des Landesgesundheitsamts (Mo-Do 8-12 Uhr und 13-16 Uhr, Fr 8-12 Uhr) - 0511 4505555
  • Nordrhein-Westfalen: Hotline des Gesundheitsministeriums - 0211 9119-1001
  • Rheinland-Pfalz: Hotline des Ministeriums für Gesundheit (Mo-Do 9-16 Uhr, Fr 9-12 Uhr) - 0800 575 81 00
  • Saarland: Infohotline des Ministeriums für Gesundheit (Mo-Fr 7-22 Uhr) - 0681 501-4422
  • Sachsen: Bürgertelefon des Sozialministeriums - 0351 564-55855
  • Sachsen-Anhalt: Infotelefon des Landesamts für Verbraucherschutz (Mo-Do 9-11 Uhr & 13-15 Uhr, Fr 9-11 Uhr) - 0391 2564 222
  • Schleswig-Holstein: Bürgertelefon des Landes Schleswig-Holstein - 0431 797 000 01
  • Thüringen: Hotline des Thüringer Landesamtes für Verbraucherschutz - 0361 57-3815099.