02.11.2020 | Grilling in the Name of: Grill-Spezial Grill-Grundlagen: Die wichtigsten Fragen

Grillen ist eine Kunst - aber eine, die man lernen kann. Wir haben unseren Starkoch Stegmann gefragt und einige grundlegende Fragen geklärt.

Grillen ist einfach und kann jeder? Klar - aber man kanns auch richtig gut machen. Ein paar Grundüberlegungen kann man schon einmal anstellen. Wir haben für euch die absoluten Basics geklärt (oder, um den Metalmoser zu zitieren: "Neuland..." ;-)), z.B. welchen Grill man nehmen sollte, wann die Kohle und dann später das Fleisch fertig sind, wie man das perfekte Steak brät und vor allem die leidigste Frage beim Grillen - wie man den Rost wieder sauber bekommt.  

  • Holzkohle oder Gasgrill?

    Diese Entscheidung ist letzten Endes eine Frage des Geschmacks und der persönlichen Vorlieben. Der Profi empfiehlt: Holzkohle. Denn Holzkohle-Grills sorgen einfach für das gewisse Grill-Gefühl und ein leckeres Rauch-Aroma. Gasgrills sind dennoch eine gute Alternative – sie machen dem Grillgut auch ordentlich Feuer unterm Hintern. Pluspunkt: Keine Rauchschwaden, über die sich Nachbarn beschweren können. Vom Grillen mit Elektrogrills rät unser Profi dagegen eher ab. Die Geräte sind zwar meist günstiger, aber bringen die nötige Hitze nicht her. 

  • Standfestigkeit ist Trumpf 

    Was im Schlafzimmer gilt, gilt auch am Grill: Was gut steht, bringt mehr Freude. Der Grill sollte stabil und sicher stehen. Billige Grills für 10 Euro fallen leicht um – das kann gefährlich werden. Außerdem halten sie nicht lange. Gute Holzgrills gibt’s schon ab 50 Euro, da muss man also auch nicht zu tief in die Tasche greifen. Außerdem darauf achten, dass das Grillgitter aus Edelstahl ist, das hält lange und lässt sich besser reinigen. 

  • Holzkohle oder Briketts? 

    Preislich gesehen schenken sich beide Varianten nicht viel. Der Unterschied liegt eher in der Brenn-Eigenschaft: Briketts brauchen 30 Minuten, bis sie richtig heiß sind, halten die Hitze dafür aber 25 Minuten. Holzkohle glüht schon nach 20 Minuten richtig, kühlt aber schon nach 15 Minuten wieder langsam ab. Tipp vom Profi: Beide Arten mischen, dann geht’s schneller los und hält länger an. 

  • Wann ist mein Grill bereit? 

    Die Glut wird in der Regel nach 20 bis 25 Minuten weiß – das ist das Startsignal. Ob ihr die richtige Grilltemperatur erreicht habt, könnt ihr ganz einfach mit der Hand fühlen: Die Hitze sollte nur 5 cm über dem Gitter zu spüren sein. Wenn ihr eure Hand auf dieser Höhe über den Rost haltet und bis drei zählt, ist die Temperatur gut. Wenn ihr es länger aushaltet, ist der Grill zu kalt. Wenn der Grill zu heiß ist, einfach das Gitter höher stellen oder etwas warten. Wenn er zu kalt ist, einfach mit mehr Luft anfächern.

  • Wann ist mein Grillgut fertig? 

    Die Faustregel lautet: Pro Zentimeter Fleischdicke fünf bis sechs Minuten, pro Zentimeter Wurstdicke acht Minuten grillen. Da es auch Leute geben soll, die Beilagen brauchen: Vorgekochte Ofenkartoffeln für 5 Minuten in die Glut legen (in Alufolie gewickelt), rohe Kartoffeln für 40 Minuten aufs Gitter. 

  • Wie brate ich das perfekte Steak? 

    Da hilft der gute alte Daumentrick: Daumenkuppe gegen die anderen Fingerspitzen drücken. Von Finger zu Finger verändert sich der Widerstand des Handballens - ähnlich wie das Fleisch auf dem Grill fester wird, je länger es gebraten wird. Mit der Grillzange, Gabel, Löffel oder einfach der Hand auf das Fleisch drücken und vergleichen.

    Widerstand wie bei Daumen und Zeigefinger: das Fleisch ist noch roh
    Widerstand wie bei Daumen und Mittelfinger: blutig, Fleischkern roh, Rest zartrosa
    Widerstand wie bei Daumen und Ringfinger: medium, durchgehend rosa
    Widerstand wie bei Daumen und kleinem Finger: durch, das Fleisch gibt kaum nach

  • Wohin mit verbranntem Fleisch? 

    Wenn nur ein paar Stellen verkohlt sind, muss man nicht gleich das ganze Steak wegwerfen. Einfach Kräuter, Senf oder Paprika dazu essen, das tötet krebserregende Stoffe ab. Allerdings muss man auch das extra Raucharoma mögen. ;-) 

  • Wie bekomme ich den Rost wieder sauber? 

    Verkohlte Reste von der letzten Party am Steak schmecken nicht gerade lecker und sind zudem unhygienisch. Das dreckige Edelstahlgitter in Wasser einweichen und einfach abspülen. Oder nach dem Grillen den Rost mit einer Drahtbürste säubern, am besten wenn er noch warm ist. Wer direkt nach dem Grillen keine Lust auf die Putz-Action hat, den bestraft dann die eingetrocknete Kruste. Da hilft ein einfacher Trick: Den Rost nach dem Abkühlen in Zeitungspapier einwickeln, anfeuchten oder über Nacht ins nasse Gras legen. Nach einigen Stunden Einwirkzeit sind die Verkrustungen so aufgeweicht, dass man sie mit Schwamm und Spüli gut abschrubben kann. Geputzt werden sollte jedenfalls immer, denn es gilt: Ein gut gepflegter Grill bringt mehr Genuss und Spaß beim Grillen.