16.11.2021 | Lifestyle ​Plastikmüll vermeiden - eine Aufgabe für jeden Einzelnen

Plastikmüll ist ein Problem - vor allem in den Weltmeeren. Hunderttausende Tiere verenden jedes Jahr qualvoll an den Folgen von Plastikmüll. Die gute Nachricht ist - jeder von uns kann etwas tun, um dieses Problem zu verringern und ein paar Möglichkeiten lest ihr hier.

Foto: Nick Fewings / Unsplash

Als der belgische Chemiker Leo Hendrik Baekeland 1907 Bakelit entdeckte, den ersten synthetischen Kunststoff, waren die weltweiten Gefahren von Plastik noch nicht annähernd absehbar. Plastik wird seit den 1950er Jahren in Massenproduktion hergestellt und wurde zunächst als äußerst praktisches und flexibles Material gefeiert. Besonders die Langlebigkeit des Kunststoffes wurde bejubelt. Doch genau diese erweist sich heute als größtes Problem. Denn die lange Haltbarkeit in Verbindung mit der oft extrem kurzen Nutzungsdauer generiert Plastikmüll in Unmengen. Ein erheblicher Teil davon gelangt über Flüsse in die Weltmeere und ist so verantwortlich für eine Umweltkatastrophe gigantischen Ausmaßes. Hunderttausende Meeressäuger und Seevögel verenden jedes Jahr qualvoll an den Folgen von Plastikmüll. Aber es gibt auch eine gute Nachricht. Jeder von uns kann etwas tun, um dieses Problem zu verringern.

Mehrweg statt Einweg!

Das Bewusstsein für umweltfreundliche Mehrwegbehälter wurde in den letzten Jahren zunehmend geschärft. Insbesondere die Plastiktüten im Supermarkt sowie die teilweise unnötigen Verpackungen für Lebensmittel stehen hierbei im Fokus. Aber auch die Coffee-to-go-Einwegbecher ziehen den Zorn der Umweltschützer auf sich. Jede Stunde werden in Deutschland über 300.000 dieser Becher benutzt und nach einmaligen Gebrauch entsorgt. Pro Jahr landen damit fast drei Milliarden Plastikbecher im Müll. Das geht auch anders! Viele renommierte Hersteller wie Villeroy & Boch bieten mittlerweile schicke Mehrwegbehälter für Heißgetränke und für kleine Snacks an, deren Benutzung dabei hilft, Plastikmüll zu vermeiden. Zudem sind diese Behältnisse hochpraktikabel und sehen dazu noch stylisch aus. Aber auch andere Wegwerfartikel können durch umweltfreundliche Alternativen ersetzt werden. Trinkhalme oder Rührstäbchen werden auch aus nachhaltigen Materialien wie Glas oder Edelstahl gefertigt.

Lebensmittel unverpackt kaufen!

Supermärkte gelten als die Verpackungskünstler schlechthin. Selbst Produkte, die überhaupt keine Verpackung benötigen wie Obst oder Gemüse, werden mit entsprechenden Plastikbehältnissen versehen, um sie entweder besser in Szene zu setzen oder um vermeintliche Hygienegründe vorzugaukeln. Notwendig ist beides nicht. Denn Obst und Gemüse wird durch die bereits vorhandene Schale ausreichend geschützt. Wer am liebsten im Supermarkt einkauft, sollte daher zu unverpackten Lebensmitteln greifen und diese im eigenen Mehrwegbehältnis nach Hause bringen. Die bessere Alternative hierzu sind sicherlich die sogenannten Unverpacktläden, die in immer mehr Städten und Regionen zu finden sind. In diesen Geschäften existieren keinerlei Verpackungen. Der Kunden kann sich seine Lebensmittel nach Bedarf abfüllen und in seinen eigenen mitgebrachten Behältern abtransportieren.

Vorsicht vor verstecktem Plastik!

Plastik befindet sich auch in Produkten, in denen man es zunächst nicht vermuten würde. In vielen Kosmetikprodukten beispielsweise ist Mikroplastik enthalten. Über die Kanalisation gelangen diese mikroskopisch kleinen Kunststoffpartikel in die Meere und vergiften deren Bewohner. Zertifizierte Naturkosmetik bietet hierzu eine umweltfreundliche Alternative. Aber auch in Kleidungsstücken, die aus synthetischen Materialien gefertigt sind, befindet sich Mikroplastik, welches bei jedem Waschgang in die Kanalisation gespült wird. Es ist daher sinnvoll, diese Klamotten zumindest so lange wie möglich zu nutzen. Wer sich trotzdem irgendwann daran satt gesehen hat, sollte die Kleidungsstücke nicht einfach entsorgen, sondern besser über Second-Hand-Märkte oder Kleiderspenden einer zweiten Verwendung zuführen.

Fazit

Niemand wird von heute auf morgen die Welt von Plastikmüll befreien. Der Prozess ist schwierig und langwierig. Doch jeder Einzelne kann mit seinem Verhalten Einfluss auf die Produktions- und Verpackungsprozesse nehmen. Denn neben politischem Druck ist auch das Drehen an der finanziellen Schraube ein sehr wirksames Mittel, um die Industrie zum Umdenken zu bewegen.