Zock’n’Roll: Wir testen Assassin’s Creed Odyssey - Seite 2

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Auf spielerischer Ebene setzt Odyssey im Vergleich zu seinem schon großartigen Vorgänger gekonnt noch einmal einen drauf. Lag der Fokus in vorherigen Teilen mehr auf Geschicklichkeitseinlagen beim Kämpfen, besitzt ihr nun einen zahlreich verzweigten und ausführlichen Fähigkeitenbaum, in dem ihr eurer kämpferisches Können der eigenen Spielweise anpassen könnt und in Rollenspielmanier immer stärker werdet. Das ist auch bitter nötig, denn im Laufe des Spiels verfolgen euch immer wieder Kopfgeldjäger, die zu Beginn bei weitem über euren Fähigkeiten liegen und konsequentes Aufleveln erfordern, um ihrer Bedrohung beizukommen und lebend die Konfrontation zu verlassen. Mit zahllosen weiteren Features wie den Schlachten zu Wasser, die bereits 2013 im Vorgänger Black Flag ihre Premiere gefeiert haben und nun ein Revival erlebt sowie den tierischen Unterstützern wie Pferd und Adler und und und… lässt Assassins Creed Odyssey zu keiner Zeit Langeweile aufkommen und setzt immer wieder unterschiedliche spielerische Akzente.

Wer hat Angst vor der Ubisoft-Formel?

Hier liegt aber leider der Schwachpunkt auch bei Assassins Creed Odyssey. Die Größe der Spielwelt und die Fülle der Aufgaben überfordern durchaus. Überall blinkt es, jeder will mit einem sprechen, der hundertste Turm will bestiegen werden und natürlich muss man möglichst schnell von A nach B kommen um Person C das Leben auszuhauchen. Diese „Ubisoft-Formel“ die der Publisher und Spieleentwickler seit Jahren mit den Spielereihen „Assassin’s Creed“ und „Far Cry“ sehr erfolgreich fährt, nutzt sich zweifelsohne immer mehr ab. Sie ist Fluch und Segen zugleich, da sie auch Odyssey erst das Leben einhaucht, aber dann doch etwas statisch wirken lässt.

Lieber das Rad polieren als neu erfinden!

Mit Assassin’s Creed Odyssey bekommt man wirklich jede Menge Spiel für sein Geld. Selbst wenn ihr nur der Hauptstory des Spiels folgt könnt ihr schon 20 – 30 Stunden in das Spiel versenken. Wenn ihr aber zusätzlich noch alle Nebenmissionen abschließen wollt, die Gegend ausführlich erkundigt und jeden Stein umdreht dann kommt ihr locker auf 100 Stunden oder sogar noch mehr. Ob Odyssey dabei jetzt durch Originalität zu punkten weiß ist eher zweitrangig, wer bisher Spaß mit der Assassin’s Creed Reihe hatte, wird auch mit Odyssey voll und ganz auf seine Kosten kommen und einen unvergesslichen Trip in das antike Griechenland erleben. 

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