25.04.2019 | Zock'n'Roll: Der ROCK ANTENNE Game-Check Zock'n'Roll: Wir testen für euch Devil May Cry 5 - Seite 2

Eine gefühlte Ewigkeit musste die eingeschworene Fangemeinde auf einen Nachfolger zur kultigen Dämonen-Metzelei warten. Nun liegt der fünfte Teil der arcadigen Schnetzel-Reihe Devil May Cry vor - wir haben ihn für euch angezockt.

Läuft bei euch

Beeindruckend ist die Flüssigkeit mit der das Spiel alle eure Inputs auf den Bildschirm übersetzt. Seit dem ersten Teil war der Spielfluß nicht mehr so perfektioniert und liefen Combos besser aus den Fingern. Wenn was schief geht, war es eure Schuld, die geilsten SSS-Combos eure eigene Leistung, kein Zufall. Spielspaß und Motivation halten sich so auf einem konstant hohen Level, zumal Anfänger mit simplem Button-Mashing bereits Erfolge erzielen. Die besten Style-Wertungen bekommt aber nur, wer Plan von der Sache hat und Waffen, Moves und Tricks im flotten Wechsel miteinander kombiniert. Wer sich nach einigen Spielstunden mit konstantem S-Ranking bereits als Meister-Metzger wähnt, staunt nicht schlecht, wenn das erste Mal das Triple-S-Ranking "smokin' sexy style" über den Bildschirm flimmert.

Grafisch ist das Spiel eine absolute Offenbarung. Bereits die filmreife Eröffnungsszene protzt mit fast fotorealistischen Charaktermodellen, flüssigen, lebendig wirkenden Animationen und einem versifft heruntergekommenen Detailreichtum, der auch jetzt, im Herbst dieser Konsolengeneration, noch Kinnladen runter klappen lässt. Umso erfreulicher ist es, dass sich diese Bildgewalt in den spielbaren Sequenzen fortsetzt. Gut, dass das Style-Ranking inzwischen weit weniger Wert auf die Zeit legt, mit der ihr die Kapitel beendet, denn an einigen Stellen will - nein, muss man einfach kurz inne halten und die beeindruckenden Kulissen bestaunen, vielleicht kurz ein Selfie machen (Photo-Mode sei Dank).

Natürlich darf dabei nicht vergessen werden, dass DMC5 euch lediglich schlauchige "Korridore" entlang rennen lässt, in die in regelmäßigen Abständen eine Kampf-Arena eingebunden wurde. Wer sich gelegentlich mal umdreht oder nach oben guckt, findet hier und da kleine Geheim-Räumchen oder versteckte Ansammlung roter Orbs. Diese Goodies für aufmerksame Sucher animieren zwar dazu, auch mal um die Ecke zu gucken, denn sie sind nicht zu offensichtlich platziert, tauchen aber insgesamt zu selten auf. Gleiches gilt für die Secret-Missions, die über eine Art "Bilderrätsel" zu erreichen sind.

Apropos Rätsel: Es gibt keine. Ok, fast keine. Ein paar simple "Drücke Schalter an Punkt X, laufe zu Punkt Y"-Fleißaufgaben fordern geistig zwar nicht mal euren Hund, gehören aber zum guten Teufel-Ton. Ähnlich simpel und dennoch motivierender hat man das allerdings schon im ersten Teil der Serie gesehen.

Was die Story und Zwischensequenzen angeht, so werden natürlich alle Klischees bedient, die Coolness ist dermaßen "over the top" und zugleich doch so sympatisch, dass es die reinste Freude ist. Nie nimmt sich das Spiel zu ernst, die "Aktiv spielen, passiv zuschauen"-Gewichtung lehnt maximal während der ersten Spielstunde etwas in Richtung Film. Wer sich für die Hintergrundgeschichte der Reihe ernsthaft interessiert, bekommt einige neue Infohappen sowie einen nicht ganz unwichtigen Twist im Endgame. Aber auch uneingeweihte sollten mit den glaubhaften Charakteren, die alle ihre eigene Agenda haben, glücklich werden. Bei all der Arbeit, die in die Zwischensequenzen gesteckt wurde, kommt man ohnehin nicht auf die Idee, den Skip-Button zu drücken, zu fesselnd wirkt das bildgewaltige Action-Movie-Spektakel. Selbst die Menüs sehen super aus, sind allerdings von längeren Ladezeiten geplagt. Gerade wenn ihr bei Neros Kollegin Nico neue Moves kauft und diese vorher im Trainingsraum "The Void" ausprobieren wollt, muss man sich schon fragen, ob sowas heute noch nötig ist.

Das bleibt hängen

Devil May Cry 5 schickt sich an, den Titel "bestes Spiel der Reihe" verliehen zu bekommen. Die vollen circa 16 Stunden Spielzeit geht es wieder nur um eins: kämpfen! Das funktioniert aber dermaßen gut und flüssig wie nie zuvor. Drei spielbare Charaktere mit sich deutlich unterscheidenden Stilen sorgen für genug Abwechslung, Anfänger erzielen befriedigend schnell erste Erfolge, das Meistern (gerade des komplexen Dante) erfordert aber Zeit und Können. Die optisch opulente Aufmachung präsentiert das Spiel, wie man es sich immer vorgestellt hat, und die Story (wenn auch für manchen nur Nebensache) ist gewohnt cool inszeniert und hält sogar ein paar spannende Wendungen bereit. Ein höllischer Spaß!

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