08.07.2020 | News und Themen rund um München: Das bewegt die Rock City "Ohne uns ist's still": Kulturveranstalter in München schlagen Alarm

Am Dienstag hat der Verband der Münchener Kulturveranstalter e.V. in der Muffathalle auf die kritische Situation der Veranstalter in der Rock City aufmerksam gemacht. Dabei präsentierten sie mögliche Lösungsvorschläge.

Foto: Severin Schweiger / Das Kraftbild

Die Corona-Krise hat vor allem die Veranstaltungs-Branche schwer getroffen. Keine Konzerte, keine Partys, keine Gäste, keine Einnahmen - und das seit März. Dank erster Lockerungen und verschiedener Hilfsmaßnahmen gäbe es zwar ein erstes Aufatmen nach dem Lockdown, doch ein Licht am Ende des Tunnels ist noch nicht in Sicht.

"Ohne uns ist's still" ist das gemeinsame Motto und dazu gab es am Dienstag in der Rock City München eine Pressekonferenz des Verbands der Münchener Kulturveranstalter. An die Politik haben sie klare Forderungen gerichtet - vor allem wünschen sie sich Planungssicherheit und eine langfristige Unterstützung der Kultur-InfrastrukturHier findet ihr alle Forderungen im Überblick.

Über den Ernst der Lage haben wir auch mit Marion Schöne, Geschäftsführerin des Olympiaparks München gesprochen. Im Olympiastadion München hätten in diesem Sommer unter anderem Guns N'Roses abrocken sollen.

Wer ist von den aktuellen Maßnahmen betroffen?

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Wie lange könnte der Olympiapark noch überleben, wenn die enormen Auflagen weiter bestehen würden?

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Ihr habt einige Forderungen zu Papier gebracht. Welche ist die wichtigste?

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Was passiert, wenn es keine baldigen Änderungen gibt?

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Auch wir wünschen uns, dass unsere geliebten Konzerte - sei es in Clubs oder in Stadien - eines Tages wieder zurückkehren werden. Dazu haben die Münchener Kulturveranstalter diesen Katalog an Forderungen zusammengefasst.

Die Forderungen der DKMV im Überblick:

  • Klare politische Vorgaben und die damit verbundene Planungssicherheit
    Die Planung und Bewerbung von Veranstaltungen braucht Zeit und damit Vorlauf. Die Veranstalterbranche wünscht sich einen direkten Dialog mit den Verantwortlichen, um über die Erweiterung von Platzkapazitäten in Veranstaltungen zu sprechen und konkrete Perspektiven zu entwickeln.
  • Schnelle Bereitstellung der Mittel zur Erhaltung der Kultur-Infrastruktur, langfristige Unterstützung
    Viele Kulturveranstalter haben aufgrund der langen Vorläufe von Künstler- und Saalbuchungen sowie der Bewerbung von Veranstaltungen nicht nur drei Monate Umsatzausfall, sondern nach aktuellem Stand ca. neun Monate oder länger. Entsprechende Nothilfen durch Bund, Land und Stadt sind notwendig und müssen rasch ausbezahlt werden.
  • Bereitstellung von Mitteln um das kulturelle Leben langsam wieder hochzufahren
    Solange nur mit geringen Platzkapazitäten veranstaltet werden kann, braucht es eine Unterstützung der wenigen möglichen Kulturveranstaltungen, um Defizite auszugleichen und das kulturelle Leben der Stadt langsam wieder hochzufahren.
  • Vertrauen in Hygienekonzepte 
    Kaum eine Branche hat mehr Erfahrungen mit dem Handling von Menschenmassen als die Veranstalter von Konzerten und Theaterevents. Daher kann von Seiten der Politik und Stadtverwaltung mehr in die vorliegenden Hygienekonzepte vertraut werden, um Spielstätten mit weit mehr als 100 bzw. 200 Zuschauern zu füllen.
  • Unterstützung bei Genehmigungen 
  • Solange geschlossene Veranstaltungsräume nur mit sehr geringen Platzkapazitäten genutzt werden dürfen, sind Veranstalter auf die Unterstützung bei der Genehmigung von Open-Air-Flächen angewiesen. Hier brauchen Kulturveranstalter die Bereitschaft der Stadtgesellschaft, der Bezirksausschüsse, der kommunalen Einrichtungen und der Politik, um kurzfristig Veranstaltungsorte im Freien zu bespielen.
  • Umnutzung von Räumlichkeiten
    Um Räume von Clubs und Veranstaltungsorten mit neuen Formaten zu bespielen, braucht es ein kurzfristiges Entgegenkommen der Behörden, die Locations für andere Nutzungsformen zuzulassen. So beispielsweise, um Clubräume als Ausstellungsort oder für kleine Veranstaltungsformate mit Bestuhlung zu nutzen.
  • Entgegenkommen bei Mietkonditionen
    Solange Veranstaltungsräume öffentlicher Einrichtungen nicht mit der vollen Kapazität genutzt werden können, braucht es ein deutliches Entgegenkommen bei Mietkonditionen.
  • Kooperation mit der Clubszene zur Vermeidung illegaler Partys
    Um die Feierlaune in der Bevölkerung wieder in die gewohnten professionellen Hände von Clubbetreibern und Partyveranstaltern zu geben, die für die nächtliche Sicherheit von Feiernden und der Stadtgesellschaft sorgen, braucht es Kooperation. Jetzt muss der Dialog beginnen, um eine Vermeidung von illegalen Partyveranstaltungen mit Beginn der kalten Jahreszeit sicherzustellen.

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