12.10.2020 | Fakten & Portraits Rick Parfitt: Unser Porträt über einen der letzten Gentlemen des Rock'n'Roll

Weihnachten 2016 war für die Rock-Welt kein Fest der Freude: An diesem Tag ging Rick Parfitt von uns. Wir blicken auf die Karriere des Status Quo-Gitarristen zurück.

  • Er war einer der letzten Gentlemen des Rock'n'Roll: Rick Parfitt!

    Er war einer der letzten Gentlemen des Rock'n'Roll: Rick Parfitt!

    Foto: earMusic
  • Ein ruhiges Wesen abseits der Bühne, doch im Rampenlicht fuhren seine Gitarrenriffs direkt ins Tanzbein.

    Ein ruhiges Wesen abseits der Bühne, doch im Rampenlicht fuhren seine Gitarrenriffs direkt ins Tanzbein.

    Foto: earMusic
  • Mit seinem kongenialen Partner Francis Rossi zeichnet er sich für die massive Anzahl an Hits von Status Quo verantwortlich.

    Mit seinem kongenialen Partner Francis Rossi zeichnet er sich für die massive Anzahl an Hits von Status Quo verantwortlich.

    Foto: laut.de
  • Sein viel zu früher Tod schockte die Rockwelt und trübte das Weihnachtsfest 2016.

    Sein viel zu früher Tod schockte die Rockwelt und trübte das Weihnachtsfest 2016.

    Foto: earMusic
  • Francis Rossi: "Rick war 50 Jahre ein Teil meiner Geschichte. Wir waren ein Team, ein Duo, Partner und trotzdem zwei sehr unterschiedliche Leute, die mit dem Druck des Alterns, dem ständigen Touren und dem Umgang mit dem Erfolg auf unterschiedliche Weise umgegangen sind." Für Ricks Tod sei er "nicht bereit" gewesen.

    Francis Rossi: "Rick war 50 Jahre ein Teil meiner Geschichte. Wir waren ein Team, ein Duo, Partner und trotzdem zwei sehr unterschiedliche Leute, die mit dem Druck des Alterns, dem ständigen Touren und dem Umgang mit dem Erfolg auf unterschiedliche Weise umgegangen sind." Für Ricks Tod sei er "nicht bereit" gewesen.

    Foto: Warner Music Group
  • Wir gedenken diesem großartigen Gitarristen mit dem Gespür für das einfache, aber geniale Riff. Rock in Peace, Rick!

    Wir gedenken diesem großartigen Gitarristen mit dem Gespür für das einfache, aber geniale Riff. Rock in Peace, Rick!

    Foto: earMusic

Nein, ein harter Hund war Rick Parfitt weiß Gott nicht - seine Songs "atmen diese Unschuld und diesen Charme, die Ricks Markenzeichen waren", sagte Queen-Gitarrist Brian May über sein posthum veröffentlichtes Solo-Album. Doch dennoch hat Rick Parfitt den Rock'n'Roll geliebt und gelebt, der Rhythmus floss nur so durch seine Adern.

Richard John Parfitt wurde am 12. Oktober 1948 in der englischen Kleinstadt Wokey, südwestlich von London, geboren. Schon in der Schule begeisterte er sich für Musik, lernte erst Klavier und mit elf Jahren dann Gitarre spielen. Auch sein Geschick im Umgang mit Publikum machte sich früh bemerkbar: Er gewann einige Talentwettbewerbe und gründete mit den Zwillingsschwestern Gloria und Jean Harrison die Gruppe "The Highlights".

1967 stieg Parfitt bei Status Quo ein. Nach den ersten psychedelischen Ausflügen wie "Pictures Of Matchstick Men" schaffte die Band den Durchbruch Anfang der 1970er Jahre mit einer Reihe von eher ungeschliffenen, rockigen Hits wie "Paper Plane" oder "Caroline".

Schließlich fanden Status Quo ihr Rezept zum Erfolg und hielten sich größtenteils daran - eingängige Melodien, drei Akkorde, fertig. Über 120 Millionen Platten verkauften sie im Laufe ihrer Karriere. Unvergessen das Jahr 1985: Zum Auftakt von Bob Geldofs "Live Aid" spielten sie "Rocking All Over The World" - und brachten im Londoner Wembley-Stadion 100.000 Menschen zum Ausrasten.

Privat musste Rick Parfitt einige Schicksalsschläge verkraften: 1980 ertrank seine Tochter Heidi im Swimmingpool seines Hauses in Surrey. Daran zerbrach seine erste Ehe mit Marietta Böker-Parfitt, es folgten schwere Alkohol- und Drogenprobleme. Sein exzessiver Lebensstil hatte auch später Folgen: 1997 überstand er den ersten Herzinfarkt, dann eine Erkrankung an Kehlkopfkrebs, schließlich zwei weitere Herzinfarkte. Den vierten erlitt er 2016 nach einem Konzert in der Türkei - sein Bandmanager sagte damals, er sei für Minuten "praktisch tot" gewesen.

Daraufhin legte Parfitt eine Pause ein, gab schließlich im Oktober bekannt, dass er mit Status Quo nicht mehr auftreten werde. Am 24.12.2016 erreichte uns dann die tragische Nachricht, dass der Gitarrist an einer Infektion verstorben war - zuvor war er gestürzt und hatte eine Schulterverletzung erlitten. Er hinterließ seine Witwe Lyndsay Whitburn, vier Kinder und fassungslose Fans und Bandkollegen

Heute wäre Rick Parfitt 72 Jahre alt geworden - wir denken an einen großen Musiker, der uns unvergessliche Rock'n'Roll-Momente beschert hat. Rock in Peace, Rick!