20.06.2019 | Specials Good Vibrations: Unser Porträt über Beach Boy Brian Wilson

Brian Wilsons Karriere war eine regelrechte Achterbahnfahrt. Hier werfen wir einen Blick auf sein bewegtes Musiker-Dasein.

Foto: Takahiro Kyono from Tokyo, Japan - Brian Wilson, CC BY 2.0, Link

Er war ganz oben und ganz unten - heute lebt Brian Wilson sein persönliches  "Happy End", wobei von einem Ende noch lange nicht zu sprechen ist. 1961 gründete er die Beach Boys und schrieb innerhalb weniger Jahre einen Nummer 1-Hit nach dem anderen.

Mike Love hat seine Genialität für Text und Konzept eingebracht, Brian Wilson seine Genialität für die Melodie. Der von sich sehr überzeugte junge Mann sang von einer heilen Welt aus Stränden, Surfbrettern und knackigen Beach Barbies. Doch innerlich litt der labile Musiker unter dem riesigen Erfolg, und beschließt nach einem Nervenzusammenbruch, nie wieder mit der Band auf Tour zu gehen.

Dabei blieb er nicht untätig. Im Alleingang schrieb er das Album Pet Sounds, nach einhelliger Meinung der Kritiker eines der wichtigsten Alben der gesamten jüngeren Musikgeschichte. Zum Einsatz kamen Waldhörner, klappernde Löffel, Cola-Dosen, Plastikflaschen, Fahrradklingeln und bellende Hunde.

Paul McCartney hat mal gesagt: "Pet Sounds hat mich und die anderen Beatles zu Sgt. Pepper Lonely Hearts Club Band inspiriert." Ein größeres Kompliment gibt es wohl nicht, doch der Preis für diese Meisterleistung war hoch: Brian wird tablettensüchtig, experimentiert mit Haschisch, LSD und Kokain, um seine Kreativität zu steigern.

Mit dem Nachfolge-Album Smile wollte Brian die Beatles toppen, aber er scheiterte. Seine psychischen Probleme nahmen überhand, er begann, Stimmen zu hören und landete in den Fängen des zwielichtigen Nervenarztes Eugene Landy. Von Smile sind bis heute nur vereinzelte Tonspuren überliefert und dieser eine Überhit: "Good Vibrations". 

Wilson verbrachte Jahre in psychiatrischer Behandlung, bis er Ende der Neunziger wieder soweit war, eigene Songs zu schreiben und Konzerte zu spielen. Die Namensrechte an den Beach Boys hat er im Drogenrausch Sänger Mike Love überlassen. Heute ist Brian Wilson unter seinem Namen mit eigener Band unterwegs.

Er hat nicht nur die seit Jahrzehnten gängige Aufnahmetechnik ausgetüftelt, bei der verschiedene Tonspuren einzeln aufgenommen und anschließend abgemischt werden. Er hat Generationen junger Musiker gezeigt, wie er sich anhören muss: der perfekte Song. Für die perfekte Welle hat er sich nie begeistert. Der oberste Beach Boy ist nie auf einem Surfbrett gestanden!

Wir sagen: "Happy Birthday, Brian Wilson!"