21.10.2020 | Fakten & Portraits Let's See Action: Die besten Stories von The Who-Drummer Keith Moon

Drummer-Genie und Spezialist für Eskapaden - Keith Moon hat wirklich mehr als nur einmal für Aufsehen gesorgt. Hier haben wir für euch die besten Stories des The Who-Drummers.

Die Story von Keith Moon:

Was macht man mit einem Jungen, der heute wohl glatt als hyperaktiv durchgehen würde? Klar - man setzt ihn ans Schlagzeug. So geschehen bei Keith Moon, der damit endlich das Spielzeug bekam, das perfekt für ihn war. Angeregt durch die TV-Auftritte der Big Band-Drummer Ende der 1950er Jahre, fing der kleine Keith an, auf allem möglichen rumzutrommeln und so schon früh seinen extrovertierten Drumstil zu entwickeln - gut, dass seine Eltern ihm daraufhin ein Instrument hinstellten.

Nach wenigen Engagements in verschiedenen kleinen Bands, stieß er im Frühjahr 1964 zu The Who. Dort traf er in Person von Pete Townshend quasi auf seinen Bruder im Geiste, denn auch der Gitarrist zelebrierte seine Performance mit wilden Gesten (Stichwort Windmühle), regelrechtem Ausrasten auf der Bühne und am besten noch einem kaputten Gitarrenverstärker am Ende der Show. Die Zerstöungsorgien wurden zu einem festen Bestandteil der Shows von The Who und machten sie in Rekordzeit zu einer Legende. 

Doch natürlich waren nicht nur die chaotischen Shows der Grund für den Aufstieg. Musikalisch war der Vierer aus London herausragend vertreten - unter anderem wegen des unglaublichen Spiels von Keith Moon. Während Drummer wie Ringo Starr von den Beatles im Hintergrund ihren Rhythmus runterspielten, machte Moon das Schlagzeug zu einem Lead-Instrument im Rock'n'Roll. Zusammen mit John Bonham von Led Zeppelin hat er die Rolle des Schlagzeugers revolutioniert

Leider ebbte Keith Moons Ausgelassenheit abseits der Bühne nicht ab. Zwar sorgte er durch seinen Hang zur Eskalation für legendäre Geschichten, in denen aus dem Hotelzimmer fliegende TV-Geräte noch das harmloseste Ende darstellten, doch sein Hang zu Alkohol und Drogen führte zu seinem Absturz. Bei den Aufnahmen zu Who Are You 1978 steuerte er zwar noch einen Teil zum letzten größeren Erfolg von The Who bei, doch der Prozess verzögert sich, aufgrund von Moons schlechtem Gesundheitszustands. 

Die Show am 21. Oktober 1976 in Toronto, Kanada sollte die letzte bleiben, die er mit The Who gespielt hat. Am 07. September 1978 starb Keith Moon an einer Überdosis Herminevrin - ein Beruhigungsmittel, das ihm zur Bekämpfung seiner Alkoholsucht verschrieben wurde. Er wurde nur 32 Jahre alt.

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Die besten Geschichten von Keith Moon:

  • Schweißtreibende Drumsolos

    Bei Keith Moons ersten Konzert mit The Who ist die P.A.-Anlage ausgefallen - kein Problem, denn der Drummer kann die Pause ohne weiteres mit einem Hammer-Drumsolo füllen. Doch spurlos geht die Einlage nicht an ihm vorbei, als Keith Moon nach der Show sein T-Shirt über einem Weinglas auswringt, füllt er selbiges bis zum Rand voll.

  • Verwüstete Hotelzimmer

    Bei der ersten Rockstar-Hotelzimmer-Verwüstung der Geschichte war Keith Moon maßgeblich beteiligt. Als der Small Faces-Steve Marriott bei der Feier seines 21. Geburtstags seinen Plattenspieler zerlegt, weil die LP ständig gesprungen ist, lässt sich "Moon the Loon" nicht lange bitten. Kurzerhand flogen Sessel, Fernseher und diverse weitere Sachen hinterher.

    Das Beste: Am nächsten Tag erzählt Marriott dem Hotel, dass Einbrecher in seinem Zimmer zu Gange waren. Man glaubte ihm und gab ihm ein neues Zimmer, sogar einen neuen Plattenspieler. Am Tag darauf treffen sich The Who und die Small Faces in Marriots neuem Zimmer, nur. um die Einrichtung noch einmal zu zerlegen. 

  • Etwas Aufmerksamkeit, bitte!

    Eines Abends saßen Keith Moon und der britische Schauspieler Oliver Reed zusammen in einem Hotelzimmer und leeren eine Flasche Brandy. Klare Sache: Eine neue muss her.

    Doch als Moon an der Rezeption anruft, um Nachschub zu bestellen, geht niemand ans Telefon. Moon tat das, was er am besten konnte und warf den Fernseher zum Fenster raus. Kurze Zeit später stand ein verwirrter Portier vor seiner Tür und er brüllte ihm entgegen: "Da bist du ja! Geh an dein Scheiß Telefon, sonst kommt als Nächstes mein Bett!"

  • Eine Gute Ausrede

    Als Moon 1972 einen Interviewtermin vergaß, weil er einmal mehr in einem Pub versumpft war, ließ er sich kurzerhand einbandagieren, um behaupten zu können, er sei von einem Bus angefahren worden. Nachdem er verspätet zum Interview erschienen war, blieb er zunächst bei seiner Geschichte. Doch als er sich nach ein paar Drinks die Verbände vom Leib riss und anfing wild umherzutanzen, war es Zeit, misstrauisch zu werden.

  • Autos im Hotelpool

    Die wohl legendärste Geschichte von Keith Moon passierte an seinem 21. Geburtstag in Flint, Michigan! Zur Feier des Tages gab es im Hotel, in dem The Who untergebracht waren, eine riesige Feier mit einer großen Torte. Dass die nicht lange hielt, war abzusehen... doch es geht weiter. Als der Hotelmanager ankam, sah er Hunderte an Fans, die eine fette Tortenschlacht veranstalteten. Der Teppichboden: ruiniert.

    Der Manager rief sofort die Polizei, worauf Keith Moon versuchte die Fliege zu machen. Er rannte raus und hüpfte in das nächstbeste Auto, dass vor dem Hotel stand. Einen Lincoln Continental! Nachdem er die Handbremse gelöst hatte, rollte der Wagen astrein in den Hotelpool. Es entstand ein Schaden von über 50.000 US-Dollar.

  • Explodierende Drums

    Auf ihrer UK-Tour 1967 wurden The Who von den Jungs von The Herd begleitet – und Keith Moon hatte es sich zum Hobby gemacht, ihre Opening-Band zu ärgern. Peter Frampton, der damalige Gitarrist von The Herd, schaffte es zwar, sich irgendwie den Späßen von Keith Moon zu entziehen, doch Keyboarder Andy Bown hatte nicht so viel Glück: bei einem Auftritt präparierte Keith zum Beispiel sein Instrument mit Feuerwerkskrachern, die er dann elektronisch aus dem Backstagebereich während des Auftritts von The Herd losgehen ließ. Und auch der Schlagzeuger Andrew Steele blieb nicht verschont: Moon und John Entwistle bastelten mit Schnur und ein paar Rollen einen Mechanismus an den Gong, den Steele benutzte – und jedes Mal, wenn der ahnungslose Drummer auf den Gong schlagen wollte, bewegte sich dieser auf mysteriöse Art und Weise außerhalb seiner Reichweite.

  • Der Hosen-Test

    Im Herbst 1969 tat sich Keith Moon mit seinem Kumpel „Legs“ Larry Smith von der Bonzo Dog Doo Dah Band für einen wahrlich „reißerischen“ Streich zusammen – und zwar beim britischen Kaufhaus Marks and Spencer. Smith ging als erstes in den Laden und fragte in der Hosenabteilung nach den widerstandsfähigsten Arbeitshosen, die man habe. Beim Begutachten der ihm gebrachten Hose meldete er Zweifel an, dass dieses Paar stark genug für seine Zwecke wäre – woraufhin Moon den Laden betrat und fröhlich anbot, ihm beim Testen zu helfen. Beide nahmen jeweils ein Hosenbein und zogen so lange, bis die Hose komplett auseinander riss, vor den Augen der entrüsteten Angestellten. Die holten sofort den Ladendetektiv, der natürlich ebenfalls wenig amüsiert war über die ganze Angelegenheit. Doch gerade als man Smith und Moon abführen wollte, erschien ihr Limo-Fahrer auf der Bildfläche und fragte entzückt: „Sind das einbeinige Hosen? Genau danach habe ich ewig gesucht!“ Larry Smith erzählte später dem Moon-Biographen Tony Fletcher, dass der Fahrer für die Hose bezahlte und dadurch die Situation beruhigte. „Wir ließen uns jedoch jedes Hosenbein einzeln einpacken!“

Gehört Keith Moon in die ROCK ANTENNE Hall of Fame?

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