23.08.2019 | Specials Let's See Action: Die besten Stories von The Who-Drummer Keith Moon

Drummer-Genie und Spezialist für Eskapaden - Keith Moon hätte seinen 73. Geburtstag gefeiert. Wir feiern ihn mit seinen legendärsten Geschichten und dem passenden Sound auf ROCK ANTENNE.

Was macht man mit einem Jungen, der heute wohl glatt als hyperaktiv durchgehen würde? Klar - man setzt ihn ans Schlagzeug. So geschehen bei Keith Moon, der damit endlich das Spielzeug bekam, das perfekt für ihn war. Angeregt durch die TV-Auftritte der Big Band-Drummer Ende der 1950er Jahre, fing der kleine Keith an, auf allem möglichen rumzutrommeln und so schon früh seinen extrovertierten Drumstil zu entwickeln - gut, dass seine Eltern ihm daraufhin ein Instrument hinstellten.

Nach wenigen Engagements in verschiedenen kleinen Bands, stieß er im Frühjahr 1964 zu The Who. Dort traf er in Person von Pete Townshend quasi auf seinen Bruder im Geiste, denn auch der Gitarrist zelebrierte seine Performance mit wilden Gesten (Stichwort Windmühle), regelrechtem Ausrasten auf der Bühne und am besten noch einem kaputten Gitarrenverstärker am Ende der Show. Die Zerstöungsorgien wurden zu einem festen Bestandteil der Shows von The Who und machten sie in Rekordzeit zu einer Legende. 

Doch natürlich waren nicht nur die chaotischen Shows der Grund für den Aufstieg. Musikalisch war der Vierer aus London herausragend vertreten - unter anderem wegen des unglaublichen Spiels von Keith Moon. Während Drummer wie Ringo Starr von den Beatles im Hintergrund ihren Rhythmus runterspielten, machte Moon das Schlagzeug zu einem Lead-Instrument im Rock'n'Roll. Zusammen mit John Bonham von Led Zeppelin hat er die Rolle des Schlagzeugers revolutioniert. 

Leider ebbte Keith Moons Ausgelassenheit abseits der Bühne nicht ab. Zwar sorgte er durch seinen Hang zur Eskalation für legendäre Geschichten, in denen aus dem Hotelzimmer fliegende TV-Geräte noch das harmloseste Ende darstellten, doch sein Hang zu Alkohol und Drogen führte zu seinem Absturz. Bei den Aufnahmen zu Who Are You 1978 steuerte er zwar noch einen Teil zum letzten größeren Erfolg von The Who bei, doch der Recording-Prozess verzögert sich, aufgrund von Moons schlechtem Gesundheitszustands. 

Am 07. September 1978 starb Keith Moon an einer Überdosis Herminevrin - ein Beruhigungsmittel, das ihm zur Bekämpfung seiner Alkoholsucht verschrieben wurde. Doch wir wollen ihn und sein musikalisches Erbe feiern - mit den legendärsten Geschichten aus seiner viel zu kurzen Karriere und dem passenden Sound auf ROCK ANTENNE!

Die besten Stories über Keith Moon:

  • Schweißtreibende Drumsolos

    Bei Keith Moons ersten Konzert mit The Who ist die P.A.-Anlage ausgefallen - kein Problem, denn der Drummer kann die Pause ohne weiteres mit einem Hammer-Drumsolo füllen. Doch spurlos geht die Einlage nicht an ihm vorbei, als Keith Moon nach der Show sein T-Shirt über einem Weinglas auswringt, füllt er selbiges bis zum Rand voll.

  • Verwüstete Hotelzimmer

    Bei der ersten Rockstar-Hotelzimmer-Verwüstung der Geschichte war Keith Moon maßgeblich beteiligt. Als der Small Faces-Steve Marriott bei der Feier seines 21. Geburtstags seinen Plattenspieler zerlegt, weil die LP ständig gesprungen ist, lässt sich "Moon the Loon" nicht lange bitten. Kurzerhand flogen Sessel, Fernseher und diverse weitere Sachen hinterher.

    Das Beste: Am nächsten Tag erzählt Marriott dem Hotel, dass Einbrecher in seinem Zimmer zu Gange waren. Man glaubte ihm und gab ihm ein neues Zimmer, sogar einen neuen Plattenspieler. Am Tag darauf treffen sich The Who und die Small Faces in Marriots neuem Zimmer, nur. um die Einrichtung noch einmal zu zerlegen. 

  • Etwas Aufmerksamkeit, bitte!

    Eines Abends saßen Keith Moon und der britische Schauspieler Oliver Reed zusammen in einem Hotelzimmer und leeren eine Flasche Brandy. Klare Sache: Eine neue muss her.

    Doch als Moon an der Rezeption anruft, um Nachschub zu bestellen, geht niemand ans Telefon. Moon tat das, was er am besten konnte und warf den Fernseher zum Fenster raus. Kurze Zeit später stand ein verwirrter Portier vor seiner Tür und er brüllte ihm entgegen: "Da bist du ja! Geh an dein Scheiß Telefon, sonst kommt als Nächstes mein Bett!"

  • Eine Gute Ausrede

    Als Moon 1972 einen Interviewtermin vergaß, weil er einmal mehr in einem Pub versumpft war, ließ er sich kurzerhand einbandagieren, um behaupten zu können, er sei von einem Bus angefahren worden. Nachdem er verspätet zum Interview erschienen war, blieb er zunächst bei seiner Geschichte. Doch als er sich nach ein paar Drinks die Verbände vom Leib riss und anfing wild umherzutanzen, war es Zeit, misstrauisch zu werden.

  • Autos im Hotelpool

    Die wohl legendärste Geschichte von Keith Moon passierte an seinem 21. Geburtstag in Flint, Michigan! Zur Feier des Tages gab es im Hotel, in dem The Who untergebracht waren, eine riesige Feier mit einer großen Torte. Dass die nicht lange hielt, war abzusehen... doch es geht weiter. Als der Hotelmanager ankam, sah er Hunderte an Fans, die eine fette Tortenschlacht veranstalteten. Der Teppichboden: ruiniert.

    Der Manager rief sofort die Polizei, worauf Keith Moon versuchte die Fliege zu machen. Er rannte raus und hüpfte in das nächstbeste Auto, dass vor dem Hotel stand. Einen Lincoln Continental! Nachdem er die Handbremse gelöst hatte, rollte der Wagen astrein in den Hotelpool. Es entstand ein Schaden von über 50.000 US-Dollar.