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Phil Rudd: Die Maschine von AC/DC im Porträt

Es gibt kaum einen Drummer, der seinen Stiefel so unaufgeregt runterspielte wie Phil Rudd. Damit hat er am Schlagzeug von AC/DC bei den größten Rock-Songs aller Zeiten mitgewirkt.

Phil Rudd Stars & Bands Sony


In der Rock-Welt werden große Schlagzeuger oft gefeiert, weil sie improvisieren, grandiose Soli spielen, verrückte Drum-Fills einbauen und durch ausgeklügelte Rhythmen brillieren. All das hat Phil Rudd eigentlich nie gemacht - dennoch ist bezeichnet ihn Angus Young als "The Real Deal", Eric Singer von KISS als "Herz und Seele von AC/DC" und Rammstein-Schlagzeuger Christoph Schneider als "absoluten Helden". Kein Zufall!

Am 19. Mai 1954 kam Phillip Hugh Norman Witschke Rudzevecuis (sic!) im australischen Melbourne zur Welt. Seine ersten Banderfahrungen sammelte er in den Bands The Coloured Balls und Buster Brown - bei der auch ein gewisser Angry Anderson aktiv war - ehe er 1975 bei einer noch recht jungen Combo vorspielte, die auf den Namen AC/DC hörte.

Rudd wurde vom Fleck weg engagiert! Sein Schlagzeugspiel war genau das Puzzleteil, das die Band für ihren Sound gesucht hatte: Schnell, aggressiv und dennoch solide und unvergleichbar groovig. Es sollte eine Erfolgsgeschichte sondergleichen werden, vorerst gekrönt vom Erfolgsalbum Highway to Hell (1979). Rudd erinnerte sich, als die Platte Platinstatus erreicht hatte: "Ich bin sofort die Straße runtergelaufen und habe mir meinen ersten Ferrari gekauft." Es hätte alles so wunderbar sein können, doch dann der Schock!

Als Bon Scott 1980 tot aufgefunden wurde, litt Rudd am meisten am Verlust seines Freundes. Während seine Kollegen die Band am Laufen hielten und mit Brian Johnson einen würdigen Nachfolger fanden, flüchtete sich der Drummer in Alkohol und Drogen. Trotz des überwältigenden Erfolgs der Platte Back in Black verkündete Rudd 1983 seinen Ausstieg.

In Neuseeland fand er vorerst Ruhe. "Ich fuhr Rennauto, flog Helikopter, wurde Bauer und pflanzte ein paar Bäume. Es war herrlich und ruhig, weil mir niemand auf die Nerven gegangen ist", erinnert sich Rudd. Doch so ganz ist er nie von AC/DC losgekommen - zwölf Jahre später feierte er sein Comeback und ersetzte seinen Vertreter Chris Slade wieder an den heiligen Kesseln der Rock-Giganten.

Doch nach erfolgreichen Platten und noch erfolgreicheren Touren, schien die Achterbahnfahrt wieder nach unten zu gehen. Private Probleme, wilde Gerüchte und schließlich eine Anklage aufgrund der vermeintlichen Verwicklung in einen Auftragsmord bestimmten die Schlagzeilen. Erneut musste Rudd die Band verlassen, da er zwischendurch unter Hausarrest stand und zum Beispiel in den USA gar nicht einreisen, geschweige denn performen durfte.

Doch wie sang einst Bon Scott? "Nobody's gonna slow me down" und so freuen wir uns umso mehr, dass Phil Rudd inzwischen wieder auf beiden Beinen steht und sogar sein vielbejubeltes Comeback bei AC/DC gibt, samt neuer Musik - die hört ihr natürlich bei uns auf ROCK ANTENNE.

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